Weltfrauentag : Wildaus Bürgermeister in der Kritik

Mit seinen Glückwünschen zum Frauentag hat Wildaus Bürgermeister sich ein Eigentor geschossen. Nun wirft ihm die Frauen-Union Chauvinismus vor.

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Potsdam - Plötzlich steht er als Macho da: Wildaus Bürgermeister Uwe Malich hat sich mit einer Glückwunsch-Anzeige zum Frauentag Ärger und Spott eingehandelt. Für die Frauen-Union von Dahme-Spreewald offenbart der Linke gar ein „chauvinistisches Frauenbild“, wie Kreis-Chefin Elisabeth Prott sagte.

Die jetzt in einem Lokalblatt geschaltete amtliche Anzeige mit dem Logo der Stadt ist ein Novum. Malich gratuliert dort den „Damen, Frauen und Mädchen“ Wildaus zum „Kampf- und Feiertag!“. Für die Mädchen folgt eine Alterseinschränkung, nämlich „ab 18, wenn das neue Kommunalwahlgesetz da ist, ab 16“. Dann aber legte er richtig los. „Liebe Wildauerinnen, entwickelt Euch weiter. Wir Wildauer Männer sehen Euch gern an, hören Euch gern zu (oft jedenfalls) und wir versprechen Euch, weiter hart an uns zu arbeiten, damit wir noch attraktiver für Euch werden“, so der Bürgermeister. „Denn nur gemeinsam sind wir stark.“ Für Prott sind das „beschämende, beleidigende und abfällige“ Worte, kurz, ein „rein männlichkeitsorientierter Blick“. Sie fordert eine Entschuldigung bei den Wildauerinnen. Bürgermeister Malich, der zu seiner Anzeige steht, sieht dafür keinen Grund: Er finde die Aufregung „reichlich übertrieben“, ihm sei es darum gegangen, dass Ganze „nicht so bierernst abzuhandeln“, sagt er. Männer und Frauen, „das ist nun einmal auch ein spannungsgeladenes Verhältnis. Das muss man nicht immer so verbissen sehen.“ Weniger glücklich mit den Formulierungen ist der Vorsteher der Gemeindevertretung, Peter Mittelstedt (Linke): „Hätte er mich gefragt, hätte ich abgeraten.“ Es sei ironisch gemeint, hieß es im Rathaus. Landtagsfraktionschefin Kerstin Kaiser ist sich zwar sicher, dass Malich „nett und charmant sein wollte“. Doch zeigte seine Anzeige schon, „dass wir noch mindestens 100 Jahre den Frauentag“ nötig haben.

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