Berlin : Weltweit führend bei den Kulturausgaben - Etat bei einer Milliarde Mark

R.S.

Berlins Kulturetat hat im laufenden Jahr ein Volumen von knapp über einer Milliarde Mark. Damit gehört er - in absoluten Zahlen - zu den größten weltweit. In Relation zum Gesamthaushalt des Landes Berlin betragen die Ausgaben für Kultur 2, 38 Prozent, ein für größere deutsche Städte durchaus üblicher Anteil.

Kultur wird in der Bundesrepublik Deutschland überwiegend mit staatlichen Mitteln finanziert. In dieser spektakulären Kultur-Milliarde schlägt sich zweierlei nieder: die Größe der Hauptstadt mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern und die einmalige Vielzahl und Vielfältigkeit der kulturellen Einrichtungen. Nahezu die Hälfte des Kulturetats, 435 Millionen Mark, fallen in den Bereich Oper und Theater. Berlin hat drei Opernhäuser, ein halbes Dutzend großer Staats-und Privattheater (Deutsches Theater, Volksbühne, Berliner Ensemble, Schaubühne, Maxim Gorki Theater, Hebbel-Theater), ein Dutzend mittelgroßer Bühnen und eine Zahl von Off-Gruppen und -Spielstätten, die in die Hunderte geht. Auch das ist ein in der Welt einmaliges Angebot.

Die bedeutendsten Museen der Hauptstadt gehören zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die nach einem komplizierten Schlüssel aus Mitteln der Bundesländer und des Bundes finanziert werden. Neben den Berliner Philharmonikern gibt es vier weitere große Orchester in der Stadt, die mit rund 64 Millionen Mark jährlich subventioniert werden.

Zum Kulturetat gehören die Ausgaben für den Film (rund 24 Millionen Mark), für Bibliotheken und Archive (57 Millionen Mark). Die "Milliarde" enthält auch Aufwendungen von 140 Millionen Mark für die Kirchen. Direkt ist der Bund in diesem Jahr mit 120 Millionen Mark am Berliner Kulturetat beteiligt. Er fördert Institutionen von "besonderem Bundesinteresse" wie die Topographie des Terrors, das Jüdische Museum und das Haus der Kulturen der Welt.

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