• Wenig Lust auf ein Kirchen-Ehrenamt Querelen um Sparkurs im Bistum überschatten die Gemeindewahlen

Berlin : Wenig Lust auf ein Kirchen-Ehrenamt Querelen um Sparkurs im Bistum überschatten die Gemeindewahlen

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Auflösung von Gemeinden, Entlassungen, Kritik an Kardinal Sterzinsky – der Moment für die Gemeindewahlen in der Katholischen Kirche an diesem Wochenende ist nicht günstig. Auf die neben den Pfarrgemeinderäten zu wählenden Kirchenvorstände kommt die Aufgabe zu, den verordneten Sparkurs durchzusetzen, sprich: Mitarbeiter zu entlassen. Manche Gemeinden hatten deshalb Probleme, genügend Kandidaten zu finden.

Pfarrer Martin Rieger aus St. Augustinus im Prenzlauer Berg erzählt, Gemeindemitglieder hätten die Sorge geäußert, der Kirchenvorstand könne haftbar gemacht werden, wenn gekündigte Mitarbeiter klagen. Er habe sich nach einer Rechtsschutzversicherung für diesen Fall erkundigt. In den Pfarreien sollen nach dem Willen des mit 148 Millionen Euro verschuldeten Bistums 255 von 680 Stellen gestrichen werden.

St. Augustinus wurde am 1. November mit der Pfarrei Heilige Familie verschmolzen, die dabei aufgelöst wurde. Die Gemeindemitglieder dort hatten auf einen Doppelnamen nach der Fusion gehofft, um das Verschwinden ihrer Gemeinde besser verschmerzen zu können. Die Bistumsleitung aber blieb hart: Die verbleibende Pfarrei ist Namensgeber.

Der Pankower Gemeinde St. Georg steht die Auflösung im kommenden Jahr bevor. Obwohl sie größer und zentraler gelegen ist als Maria Magdalena in Niederschönhausen, soll sie in dieser aufgehen. In Maria Magdalena wird nun auch überlegt, wie man wenigstens bei der Namensgebung Entgegenkommen zeigen kann. Die Stimmung ist allerdings ebenfalls schlecht. Pfarrer Jörg Wittig hatte Probleme, genügend Kandidaten für den Kirchenvorstand zu finden. „Schuld daran sind die Querelen“, sagt er. eck

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