Berlin : Weniger Geld für Lehrer

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Zum zweiten Mal in diesem Jahr streicht der Senat bei den Lehrergehältern: Verbeamtete Pädagogen, die zwei Wahlfächer studiert haben, werden künftig als Einstiegsbesoldung monatlich rund 350 Euro brutto weniger erhalten als bisher. Ein 35jähriger lediger Lehrer bekommt dann nach Angaben der Lehrergewerkschaft GEW statt 3380 (A 13) rund 3023 Euro (A 12) brutto im Monat. Laut Bildungssenator Klaus Böger (SPD) entspricht diese niedrigere Eingruppierung dem, „was in allen anderen Bundesländern üblich ist“.

Dem widerspricht allerdings die GEW. Sie betonte gestern, dass Lehrer mit zwei Wahlfächern bundesweit A 13 erhielten. Deshalb sei zu befürchten, dass junge Lehrer abwandern. Landesschulrat Hansjürgen Pokall teilt diese Einschätzung nicht, da Berlin weiterhin als Wohnort attraktiver sei als andere Regionen: Wegen 350 Euro gehe keiner weg. Im übrigen sei die Besoldung der „Lehrer mit zwei Fächern“ eine Berliner Besonderheit. In anderen Bundesländern richte sich die Besoldung nach der Schulart: Grund- und Hauptschullehrer erhielten generell nur A 12.

Kurzfristig lässt sich mit der niedrigeren Eingangsbesoldung nur wenig sparen, denn infolge der Arbeitszeiterhöhung der Lehrer gibt es nur einen geringen Einstellungsbedarf. 2005 rechnet Finanzsenator Sarrazin mit einem „Entlastungsbetrag“ von 200 000 Euro. Daraus sollen 2006 700 000 Euro werden, 2007 schon 1,5 Millionen, denn die Pensionierungswelle erfordert massive Neueinstellungen. sve

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