Berlin : „Weniger Party, mehr Geschäft“ 50 000 Besucher auf drei Modemessen

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Es scheint, als sei die erste große BerlinEuphorie in Sachen Mode vorbei. Auf den beiden Modemessen Bread & Butter und Premium am vergangenen Wochenende ging es verglichen mit dem Modewochenende im Januar sehr viel ruhiger zu. Die Veranstalter der größten Messe Bread & Butter, auf der sich Jeans- und Sportswearlabel wie Levis und Adidas, aber auch Modemarken wie Boss und Miss Sixty zeigten, schätzte man die Besucherzahl auf 25 000. Bei der Premium, die sich mehr im Segment Designermode bewegte, ging man von etwas weniger als 15 000 Modefachleuten aus. Zur dritten Messe B-in-Berlin, auf der ausschließlich Kollektionen für Männer zu sehen waren, kamen etwa 10 000 Besucher. Dabei war die Stimmung nicht schlecht, nur konzentriert: „Weniger Party, mehr Geschäft“, fasst es Michaela Schmidinger vom Fachmagazin Sportswear International zusammen.

Berlin hat begonnen, sich als Fashionstandort zu etablieren. Am vergangenen Wochenende war Mode nicht nur in Messehallen, sondern auch an zahlreichen anderen Orten der Stadt zu sehen. Vor allem deutsche Marken wie Strenesse, Joop! und Hugo Boss, aber auch junge Label wie Pulver, Sissi Wasabi und Eva Gronbach zeigten ihre Kollektionen in extra gemieteten Räumen.

Trotzdem war eine Unzufriedenheit über das Ausbleiben internationaler Einkäufer zu hören, zum Beispiel der Italiener, die dafür zahlreich nach Barcelona gereist waren. Dort hatte Bread & Butter Anfang Juli mit großem Erfolg einen Ableger der Berliner Messe organisiert.

Aber auch viele deutsche Einkäufer reisten bereits am Sonnabendnachmittag ab – Richtung Düsseldorf, wo seit gestern die weltweit größte Modemesse CPD stattfindet. Auch Reinhard Haase, der mit seiner Agentur Unifa vor allem amerikanische Jeanslabel vertritt, musste am Sonntag in seinem Düsseldorfer Showroom sein. Er war mit einem großen Stand sowohl auf der Bread & Butter als auch auf der Premium präsent: „So eine Terminüberschneidung darf es nicht noch einmal geben, die Messeveranstalter müssen sich zusammensetzen.“ gth

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