Berlin : Wenn das Handy den Weg zum Bäcker weist

Kurt Sagatz

Das Stück Blechkuchen, das das Bistro anpreist, wird nun doppelt so teuer. Zu den 80 Cent für die Leckerei kommen noch 69 Cent dazu, denn so viel hat die Handysuche nach dem Shop über den Telekom-Service von T-Info gekostet. Peter Werluschnig stört das nicht, seine Suchanfragen sind kostenlos, schließlich soll er Werbung für diesen Dienst machen.

Dass die Handysuche nach dem nächsten Bistro, Restaurant oder Geldautomaten überhaupt funktioniert, ist interessant. Woher weiß T-Info, wo man sich befindet? „Die Ortung erfolgt über die Mobilfunksendemasten“, hatte Werluschnigs Kollegin Susanne Päch zuvor erklärt. „Besonders gut geht das in Innenstädten, hier stehen die Sendemasten dicht beieinander“, so Päch, „da klappt die Ortung auf einige hundert Meter“. Und Angst um seine Privatsphäre müsse man auch nicht haben, denn nur bei ausdrücklicher Zustimmung dürfe T-Info die Ortsdaten nutzen. So weit die Theorie.

Án einem kalten Junitag folgt dann der Praxistest – und da wird selbst der Suchprofi Werlusching etwas unruhig. Denn rund um den Alex gibt es weit mehr als nur ein Bistro. Überdies gibt es Spannenderes als Blechkuchen und der T-Info-Mann will unbedingt noch zeigen, wie man über das Suchwort „Hausgeräte“ zum Saturn-Laden am Alex kommt und das man mit dem Handy nicht nur das nächstgelegene Kino findet, sondern auch gleich noch erfährt, welche Filme dort laufen.

Doch was suchen die Handy-Nutzer tatsächlich? „Ärzte oder die Polizei eher weniger, vor allem ,Kino‘, ,Essen‘ oder ,Videotheken‘ werden abgefragt, sagt Werluschnig. Regelmäßig unter die Top drei der Suchworte schafft es auch immer „wbi“, die Kurzform für „wo bin ich“. Auf eine Wbi-Message erhält man seinen aktuellen Standort. Da ist ein anderer Service schon sinnvoller: Eine SMS mit „Notapotheken“ an die 84636 hilft rund um die Uhr.

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