• Wenn der Staat kein Geld gibt - Neue Bürgerstiftung hilft sozialen Projekten nach US-Vorbild

Berlin : Wenn der Staat kein Geld gibt - Neue Bürgerstiftung hilft sozialen Projekten nach US-Vorbild

Amory Burchard

In den USA heißen sie "Community foundations": Von Bürgern organisierte Stiftungen, die soziale Initiativen fördern, wenn der Staat kein Geld gibt. Wo sich die Schere zwischen Arm und Reich allzu weit öffnet, engagiert sich der verantwortungsbewusste Mittelstand. "Die amerikanische Kultur des Gebens mit warmer Hand" will die Bürgerstiftung Berlin auch bei uns verwirklichen, sagt Micheline Andreae vom Stiftungs-Vorstand. Die Theologin gründete die Organisation im Oktober mit Persönlichkeiten wie dem ehemaligen Botschafter in Moskau, Jörg Kastl, und dem Vorsitzenden der unabhängigen Kommission für das Parteienvermögen der DDR, Christian von Hammerstein.

In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat die Bürgerstiftung schon einer Reihe von Projekten geholfen. Ein Hellersdorfer Projekt etwa, dass sich um Schulabbrecher bemüht, beschäftigt mit Hilfe der Stiftung halbtags zusätzlich eine Sozialpädagogin. An der Kurt-Löwenstein-Oberschule in Neukölln ermöglichen die engagierten Bürger die Ausbildung von "Konfliktlotsen". Jugendliche verschiedener Nationen lernen dabei Streit zwischen Mitschülern zu schlichten und gewinnen soziale Kompetenz und Selbstbewusstsein.

Während die ersten Projekte schon laufen, ringt die Bürgerstiftung darum, ihr Kapital zu erhöhen. Den Löwenanteil des derzeitigen Kapitals spendete übrigens ein Tagesspiegel-Leser. Der Bankangestellte war spontan von der Idee begeistert und gab 375 000 Mark aus seiner Altersvorsorge. Dass die neugegründete Stiftung schon heute so aktiv ist, liegt auch an einem glücklichen Wohltätigkeits-Management. Für das Hellersdorfer Schulprojekt wurde die Alfred-Herrhausen-Stiftung der Deutschen Bank als Sponsor gewonnen.Die Bürgerstiftung Berlin e.V. ist unter der Telefonnummer 83 22 81 13 zu erreichen. Konto: Deutsche Bank, Bankleitzahl: 100 700 00, Konto: 4300661.

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