Berlin : Wenn Rheinländer Berlin loben...

... dann tun sie das im Internet-Gästebuch des Senats Aber es gibt auch Klagen über Graffiti und Hundekot

Ulrich Zawatka-Gerlach

„Ich bin ein Düsseldorfer Jung’ und muss euch sagen, dass eure Stadt die coolste auf der Welt ist.“ So ein schönes Lob – und das von einem Rheinländer. Seit dem 8. November kann jeder, der will, ins elektronische Gästebuch des Senats schreiben. Schon nach ein paar Tagen quoll der Postkasten über. „Ich will auch mal nach Berlin“, jammerte Jenny im Internet. Aber sie hat kein Geld. Für Nico ist Berlin „eine Stadt, die stinkt, unsagbar laut ist und doch Heimat, Hoffnung und Zauber vermittelt“. Ein anderer Besucher war hin und weg. Berlin sei „hammer-geil. Will unbedingt wieder hin.“

Helmtrud D. hat kürzlich ihre erste Berlinreise gebucht. Auf Anregung von Klaus Wowereit. „Ihr Oberbürgermeister sagt, auch im Winter ist Berlin eine Reise wert.“ Sie sei schon aufgeregt und wolle sich erst das Kanzleramt und dann den Weihnachtsbaum neben der Gedächtniskirche anschauen. Christoph war schon mal in Berlin, hat in Kreuzberg gewohnt und findet die Menschen dort „alle nicht so stoffelig wie in Wesel“. Eva M. ist schon einen Schritt weiter und „seit Juli Neu-Berlinerin aus Leidenschaft“. Aus dem Schwarzwald sei sie an die Spree gezogen und habe sogar „den Mann für die letzte Strecke des Lebens gefunden“. Einen echten Berliner. Ann-Cristin aus Nordhorn will – spätestens mit 18 – nach Berlin ziehen. „Bin total begeistert!“

Tobias B. ein Künstler, der lange in New York gelebt hat, hält Berlin für den „kreativen Mittelpunkt der Welt“. Auch Frederik und Mary waren zu Besuch und schrieben ins Gästebuch: „Dear people of Berlin, we enjoyed our stay here very much.“ Was will man mehr.

Aber ist denn hier alles nur Gold? Nein, mancher Gast hat die rosa Touristen-Brille abgenommen. Bianca aus Lübeck findet die Hundekacke auf den Gehwegen eklig. Und Martin S. hat schlechte Erfahrungen mit der Gastronomie gemacht. Am Bahnhof Friedrichstraße wurde ein „Filet“ für 9,90 Euro angepriesen, zahlen sollte er 13 Euro . Dann noch der Spruch des Kellners: „Wat woll’n se denn?“ Joachim B. wiederum hat einen Vorschlag, wie Besucher am Stadtrand nett begrüßt werden könnten. Neben dem Ortsschild sollte ein zweites stehen. „Willkommen in Berlin“ – mehrsprachig. Denn schon jetzt stehen Sätze im Gästebuch wie: „Saludos para esa ciudad extraordinaria“ – Grüße an diese außergewöhnliche Stadt.

Das Gästebuch im Internet:

www.berlin.de/buergeraktiv/

gaestebuch

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