Berlin : Wenn Zauberwesen träumen

Der Ex-Intendant Iljinskij ist jetzt Autor – und erhält für seine Palast-Revue „Hexen“ viel Beifall

-

Zufälligen Passanten blieb in der Friedrichstraße der Mund offen stehen. Enterten doch in den letzten Strahlen der Abendsonne schlanke Teufel in glänzend schwarzen Trikots die Fassade des Friedrichstadtpalastes. Drinnen wuselten am Samstagabend derweil hexenhafte Gestalten im Publikum umher, als Ouvertüre zu „Hexen“. So heißt die neue Revue, um deren Erfolg Alexander Iljinskij zitterte. Der langjährige Intendant, der sich im August nach elf Jahren vom Friedrichstadtpalast verabschiedet hatte, ist nämlich der Autor des Märchens.

Zur Premiere waren unter anderen Politiker wie Walter Momper, Laurenz Meyer oder Jörg Schönbohm, Schauspieler wie Jaecki Schwarz und Sänger wie Jochen Kowalski über den roten Teppich gekommenen. Mania Feilcke vom AmbassadorClub gleich mit 40 Exzellencen im Schlepptau. Der neue russische Botschafter in Berlin, Wladimir Kotenev, war mit seiner Frau Maria erstmals im Friedrichstadtpalast – und wie alle von den „Hexen“ begeistert.

Iljinskij hat keine gruseligen Gestalten auf die Bühne geschickt, sondern hexisch schöne Wesen, die ihren Traum vom irdischen Glück wollen. Jede nach ihrer Fasson – ob es die lebenshungrige Hexe Donna (Iris Makris) ist, die stumme Hexe Wicca (Susann Malinowski-Märtens), die geschäftstüchtige Clony (Katja Berg) oder die romantische Wasserhexe Bella (Leah de los Santos).

Das alles in zauberhaften Kulissen, wie der vom Garten Eden, in dem ein Springbrunnen meterhohe Fontänen sprudelte. Mitunter litten die Hexereien etwas darunter, dass die Zuschauer die Texte nicht richtig verstehen konnten. Aber sehen konnte man dafür umso mehr: Wie sich junge Akrobaten gerade atemberaubend verrenkten, Trapezkünstler, die hoch in der Luft schwebten und Seiltänzer, die auf messerschmalem Pfad balancierten.

Stürmischen Szenenapplaus gab es für die Chorusline und die Artisten – etwas kurze, aber dafür stehende Ovationen zum Schluss für alle. Für „Hexenmeister“ Alexander Iljinskij war es erstmal der letzte öffentliche Beifall in der Friedrichstraße. Ausruhen kann er sich von dem „Hexen“-Trubel nicht - daheim in Schöneberg warten 250 gepackte Kisten auf den Umzug nach Babelsberg.

„Hexen“ – bis Juni 2005, Karten kosten zwischen 17 und 61 Euro, Reservierung unter der Rufnummer: 2326 2326.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben