WENN DIE HAARE TROTZDEM WEG SIND : Perücken können helfen

Perücken gibt es in allen Farben und Formen. Kunsthaare sind viel preiswerter und trotzdem nicht unbedingt weniger komfortabel als Echthaare. Die kann man aber genauso wie Naturhaare stylen, föhnen und färben. Dafür sind sie pflegeintensiver und müssen nach dem Waschen neu frisiert werden. Bei Kunsthaarperücken ist man dagegen mehr oder weniger auf eine Frisur festgelegt. Nur der Friseur kann die Perücke mithilfe von Wasserdampf stylen. Außerdem sind Kunsthaarperücken weniger atmungsaktiv, was unangenehm sein kann, besonders wenn die Perücke beim Sport getragen wird. Auch die Haltbarkeit unterscheidet sich. Kunsthaarperücken sehen etwa sechs Monate lang frisch aus. Echthaarperücken halten etwa drei Mal so lange.

Auf jeden Fall sollte man sich frühzeitig um die Perücke kümmern. Am besten geht man schon vor Beginn der Chemotherapie zum Friseur oder Perückenmacher. So weiß er, wie die eigenen Haare ausgesehen haben, und kann die Perücke entsprechend natürlich gestalten.

Perücken gelten als Sachleistungen. Wie teuer Haarersatz sein darf, ohne selbst in die Tasche greifen zu müssen, ist nicht einheitlich geregelt, sondern hängt davon ab, welche Verträge die Kasse jeweils mit den Herstellern ausgehandelt hat. Die AOK Nordost etwa übernimmt bei Frauen Kosten bis zu 163 Euro, bei Männern bis zu 207 Euro und bei Kindern bis zu 115 Euro. Ersatzkassen wie die Techniker Krankenkasse zahlen für eine Kunsthaarperücke um die 400 Euro an die Hersteller, für eine Echthaarperücke rund 1000 Euro. Letztere steht jedoch nur Allergikern zu.

Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen sind die Versicherungen nicht dazu verpflichtet, Männern den Haarersatz nach einer Chemotherapie zu bezahlen. Da bei ihnen eine Glatze als sozial zumutbar gilt, übernehmen die Kassen die Kosten für eine Perücke nur in Ausnahmefällen, etwa bei einer vernarbten Kopfhaut. Anna Ilin

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