Berlin : Wenn’s schwierig wird, muss der SEK-Chef ran

Polizeidirektor Martin Textor hatte beim Einsatz gegen den Bus-Entführer die Fäden in der Hand

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Haudrauf-Methoden mag er nicht. Der Leitende Polizeidirektor Martin Textor gilt als besonnener Mann. Er nimmt immer dann die Fäden eines Einsatzes gegen Schwerstkriminelle in die Hand, wenn’s brenzlig wird. Deshalb leitete Textor auch am Freitag die Aktion gegen den Busentführer und erreichte erneut sein wichtigstes Ziel: „Alle Geiseln befreien und ihr Leben dabei nicht gefährden.“

Der 57-jährige Kripo-Mann ist seit mehr als einem Jahrzehnt Chef der Abteilung „Einsatzerprobung und Sonderaufgaben“ im Polizeipräsidium. Rund 400 Beamte sind ihm unterstellt, darunter das Sondereinsatzkommando (SEK) und die Präzisionsschützen. Schwierige Situationen, in die er seine Leute schickt, kennt Textor aus eigener Erfahrung. Denn er hat sich hochgearbeitet. Viele Jahre lang war er selbst als SEK-Mann ganz vorne im Einsatz, in den siebziger Jahren nahm er beispielsweise an der Festnahme der Entführer des damaligen Berliner CDU-Chefs Peter Lorenz teil.

Und als Spezialist mit solchen Kenntnissen ist Textor auch ein begehrter Interviewpartner – egal, ob es um den Nutzen des Lauschangriffs oder neuartiger Elektroschock-Pistolen geht. Doch am häufigsten wird der Mann für schwierige Fälle der Berliner Polizei nach seinen spektakulären Einsätzen befragt: So im April 1999, als ein Algerier in Kreuzberg ein Kind mit dem Messer bedrohte oder bei der Besetzung der Irakischen Botschaft im vergangenen Jahr.

Zum „Stressausgleich“ spielt der Vater eines Sohnes Handball und hat es auch im Sport zu etwas gebracht: Er ist Präsident des Polizeisportvereins. CS

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