WENN’S ZU LAUT WIRD : Ruhe, bitte!

WER LÄRMT UND WER HILFT

Das Amt eines Lärmbeauftragten gibt es bislang nur in der Luftfahrt. Dabei existieren viele andere Lärmquellen, die nicht minder gesundheitsschädlich sind. In Berlin kümmern sich Umwelt- und Ordnungsämter um Beschwerden über zu viel Krach in der Nachbarschaft. „Die beiden Ämter arbeiten gut zusammen. Da braucht man keinen Lärmbeauftragten“, sagt Hans Panhoff (Grüne), Stadtrat für Umwelt und Verkehr in Friedrichshain-Kreuzberg. Außerhalb der Amtszeiten sei die Polizei der richtige Ansprechpartner. Viele Informationen zum Thema Lärm gibt es im Internet: www.berlin.de/umwelt



WIE DER VERKEHR LEISER WIRD

Für Straßenlärm ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zuständig. Dort wird seit Jahren an einem Lärmminderungsprogramm gearbeitet. Tempo-30-Zonen, besseres Angebot öffentlicher Verkehrsmittel, Flüsterasphalt – das sind die üblichen Mittel gegen den Lärm. Die Stadtautobahn soll in diesem Jahr schalltechnisch untersucht werden, um genau einschätzen zu können, wo mehr Lärmschutz sinnvoll ist. Nach Angaben der Senatsverwaltung gibt es an der A 100 zwischen Kaiserdamm und Tempelhofer Damm tagsüber auf sechs Kilometer Länge eine Überschreitung des Lärmpegels von 75 Dezibel. Der Grenzwert liegt bei 67 Dezibel.

WIE LONDON ES MACHT

In Großbritannien gibt es in vielen Städten „Noise teams“, die sich um Lärmbeschwerden aller Art kümmern. Im Londoner Bezirk Westminster nimmt eine 24 Stunden-Hotline Lärmbeschwerden entgegen. 96 Prozent der Anfragen seien innerhalb von 45 Minuten beantwortet worden, heißt es auf der Internetseite des Bezirks. In mehr als 1200 Fällen sei eine offizielle Aufforderung an den Verursacher ergangen, den Lärm zu reduzieren. Außerdem wurden 34 Gerichtsverfahren ausgelöst.loy

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