Berlin : Wer bläst für München?

Bayern-Ensemble „Blechschaden“ sucht für Auftritt in der Philharmonie Blechbläser als Vorgruppe

Carsten Niemann

Bei Popkonzerten gehören Vorgruppen dazu, aber in der Klassik kennt man sie nicht. Das soll sich nun ändern: Am 4. Januar kommenden Jahres spielt das Münchner Ensemble „Blechschaden“ in der Philharmonie, und dafür wird jetzt ein junges Berliner Instrumentalensemble als Vorgruppe gesucht.

„Blechschaden“, das sind Bläser der Münchner Philharmonie und Bob Ross, ihr schottischer Dirigent, der gerne komisch ist und Schottenwitze sammelt und auch sonst für Überraschungen auf dem klassischen Parkett zu haben ist. Lange bevor die Arbeiter-Blaskapellen seiner Heimat in Deutschland durch den Film „Brassed Off“ bekannt wurden, verführte Ross seine Orchesterkollegen mit deren Musik, sagt er: „Und weil ich die Noten mitgebracht hatte, durfte ich auch dirigieren.“ Die Philharmoniker waren von der Musik in der Knautschzone zwischen Klassik und Unterhaltung begeistert, und das Ensemble „Blechschaden“ wurde gegründet. Das war vor mehr als 20 Jahren. Seitdem lockt die Gruppe mit ihren virtuosen Programmen ein bunt gemischtes Publikum an. Der Kontakt zur Basis und zur Jugend ist Ross dabei besonders wichtig – einmal hat er sogar zur Unterstützung seines Lieblingsfußballvereins Unterhaching mehrere tausend Bläser mobilisiert.

An die Berliner Bewerber für den Vorgruppen-Auftritt schreibt Ross: „Schickt Eure Kassetten, CDs, Videos, DVDs an mich, damit ich Euch kennen lernen kann. Die fünf besten Ensembles werde ich mir dann am 30. November live in Berlin anhören.“ Der 30. November ist der schottische Nationalfeiertag. Die Sieger werden am 4. Januar vor dem Konzert im Foyer der Berliner Philharmonie spielen und später bei den Zugaben mit auf der Bühne. Das Durchschnittsalter in den Gruppen sollte nicht höher sein als 25; Klaviere und elektronische Instrumente sind nicht erlaubt, dafür aber alles, was man blasen kann – von Trompete bis Didgeridoo.

Einsendungen an: Ophelias-PR für Kultur GmbH, Lucile-Grahn-Straße 37, 81675 München. Einsendeschluss 25. November 2004

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