Berlin : Wer fliegt auf den BER?

Poker um den Chefposten im Aufsichtsrat.

Der Poker um den BER-Aufsichtsratsvorsitz geht weiter. In Brandenburgs rot-roter Regierungskoalition wächst der Druck, nicht auf den Vorsitz zu verzichten, obwohl der designierte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nicht selbst in das Gremium gehen will. ,Ich erwarte, dass der Posten auf Brandenburger Ticket besetzt wird“, sagt Linke-Fraktionschef Christian Görke. Von Woidke gibt es keine Aussage, er will einen „politischen Experten“. Ein Name fiel öffentlich noch nicht, der seit kurzem im Aufsichtsrat sitzt: Wolfgang Krüger, früher CDU-Wirtschaftsstaatssekretär in Brandenburg und IHK-Chef in Cottbus.

Um die Neubesetzung wird nach dem angekündigten Rücktritt von Matthias Platzeck spekuliert. Einerseits gilt eine Rückkehr des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) an die Aufsichtsratsspitze kaum als durchsetzbar. Auf der anderen Seite bringt Woidkes Verzicht das Kräftegefüge durcheinander.

Görke empfiehlt Flughafenstaatssekretär Rainer Bretschneider aus der Staatskanzlei als Mitglied in den Aufsichtsrat zu entsenden – für das nach Platzeck vakante Mandat. „Es wäre eine Möglichkeit, dass der Ministerpräsident mit am Tisch sitzt“, sagte er. Der Vorsitz wäre aber immer noch ungeklärt. Dass Bretschneider den übernimmt, gilt als ebenso unwahrscheinlich wie ein Comeback Wowereits. Der Chef wird aus der Mitte des Gremiums gewählt, bräuchte also auch die Stimmen Berlins, des Bundes und der Arbeitnehmervertreter. Die nächste Sitzung findet am 16. August statt. ide/thm

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