Berlin : Wer hat die schönste Seebrücke?

Gleich drei Bezirke wollen es den Ostseebädern gleichtun und hoffen auf Mittel der EU

Rainer W. During

Jetzt will auch Kladow seine Seebrücke. Mit dem Entwicklungskonzept „Hafenmeile“ reiht sich Spandau in den Wettstreit der Berliner „Küstenorte“ ein, die sich von einer Umgestaltung der Seeufer zusätzliche Attraktivität versprechen. Woanders wurden entsprechende Ideen schon im vergangenen Jahr präsentiert. Während man in Treptow-Köpenick wie in Spandau auf EU-Mittel setzt, sucht das Bezirksamt Reinickendorf noch Investoren.

In Tegel soll, wie berichtet, die Greenwichpromenade als traditionelle Flaniermeile im Stil mondäner Seebäder gestaltet werden. Kernstück des Projektes soll eine 100 Meter lange Seebrücke mit einem Restaurant an der Spitze werden. Daneben sind ein Ankerplatz für ein Restaurationsschiff mit landseitigem Biergarten, Stege für Privatboote und Fluss-Kreuzfahrtschiffe sowie Boule- und Beachvolleyballplätze vorgesehen. Noch bis zum 16. Mai läuft hier jetzt ein Interessenbekundungsverfahren. Gut ein Dutzend Unterlagen hat das Stadtplanungsamt verschickt, die Zahl der zusätzlichen Nachfragen hielt sich bisher in Grenzen.

Am Frauentog in Köpenick ist ein 210 Meter langer Schwimmsteg vorgesehen, der bis etwa in Höhe der Schlossinsel reichen soll. An der Spitze der Promenade stellen sich die Planer neben einer Aussichtsterrasse einen Pavillon vor, der als Informationsstelle für landseitige Touristen ebenso wie für Wassersportler dienen soll. Zum Schloss hin könnten Liegeplätze für historische Schiffe entstehen. Hier setzt man auf eine 90-prozentige Mischfinanzierung aus EU- und Landesmitteln, sagt Baustadtrat Dieter Schmitz (CDU). Eine Förderzusage der Senatswirtschaftsverwaltung liege bereits vor. Vor vier Wochen wurde die Detailplanung in Auftrag gegeben, jetzt läuft die Abstimmung mit den einzelnen Ämtern. Der Betreiber soll per Ausschreibung gesucht werden, es gibt bereits Interessenten. Spätestens zur Sommersaison 2005 soll das Projekt fertiggestellt sein.

In Spandau gibt man sich bescheidener. Nur auf 45 Meter sollen die Kladower Dampferbrücken II und III verlängert werden. Die auf 40 Meter erweiterte Brücke I könnte als Liegeplatz für ein Restaurationsschiff dienen. So der Vorschlag des vom Bezirk beauftragten Planungsbüros Media Mare, von dem auch das Köpenicker Konzept stammt. Zusätzliche Gastronomieflächen am Ufer, Gastliegeplätze für Wassertouristen, Wassertaxi-Anleger, Bootsverleih und maritimer Kinderspielplatz sind ebenfalls vorgesehen. Im Rathaus setzt man auf EU-Mittel für das 1,5-Millionen-Euro-Projekt. Auch die Teltowkanal AG als Betreiber der vorhandenen Stege will sich beteiligen.

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