Berlin : Wer hat’s erfunden?

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Er war gut aussehend, wohlhabend, ein Frauenheld, ein beliebter Fluglehrer: Lawrence Burst Sperry, Sohn von Elmer Ambrose Sperry, der als Entwickler des Kreiselkompasses gilt. Der Junior, am 22. Dezember 1892 in Chicago geboren, war als Konstrukteur für die Luftfahrt erfolgreich. Er konstruierte u. a. den Autopiloten (1914), Kreiselinstrumente für den Allwetterflug, das Einziehfahrwerk und eben den Künstlichen Horizont. Lawrence entwarf schon mit 17 Jahren ein Segelflugzeug, baute und flog es. In seiner Freizeit drehte er am liebsten Loopings unter der Brooklyn Bridge. Der Draufgänger wurde Motorflugpilot, gründete 1917 seine eigene Firma und erhielt 24 Patente. Er war der erste Pilot, der Nachtflüge unternahm, und auch sonst sorgte er für öffentliches Aufsehen. Es heißt, den Autopiloten habe er nur erfunden, um Sex im Flugzeug haben zu können. Mit seiner Freundin Waldo Polk stürzte er vor Long Island in die Great South Bay. Entenjäger, die die Opfer aus dem Wrack befreiten, waren baff, dass das Paar splitternackt war. Die Lokalzeitung titelte am nächsten Tag: „Aerial Petting ends in Wetting“. Sperrys letzter Flug endete weniger witzig: Der Pilot gilt seit einer Notwasserung im Ärmelkanal am 13. Dezember 1923 als vermisst. lei

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