Berlin : Wer schrieb den Zettel, der in der Toilette entdeckt wurde?

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Rund 22 Stunden nach ihrer unfreiwilligen Zwischenlandung in Berlin konnten die 269 Passagiere des British Airways-Fluges 031 ihre Reise von London nach Hongkong fortsetzen. Wie berichtet, hatte sich der Pilot des Großraumjets vom Typ Boeing 747-400 am Mittwochabend zu einer Notlandung in Tegel entschlossen, nachdem in einer Flugzeugtoilette ein Zettel mit einer Bombendrohung gefunden worden war. Gegen 17 Uhr startete der "Jumbo-Jet" gestern zum Weiterflug.

Um 19.36 Uhr war die Boeing in Tegel gelandet. Nach der Evakuierung der Passagiere wurden die im militärischen Nordteil des Flughafens geparkte Maschine, ferner Fracht, Gepäck und Post von Sprengstoffexperten des Bundesgrenzschutzes durchsucht. "Um 0.45 Uhr waren unsere Maßnahmen abgeschlossen", so ein BGS-Sprecher. Eine Bombe wurde nicht gefunden.

Die für Sprengstoffdelikte zuständige Abteilung Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Da vermutet wird, dass der Zettel erst nach dem Start auf der Toilette deponiert wurde, befragten Beamte die zwischenzeitlich in verschiedenen Berliner Hotels einquartierten Passagiere sowie die 19 Besatzungsmitglieder. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt. Von allen Passagieren wurden Fingerabdrücke genommen.

Weil die Crew eine ausreichende Ruhepause einlegen konnte, musste die Besatzung vor dem gestrigen Weiterflug nicht ausgetauscht werden, sagte British-Airways-Sprecher Boris Ogursky. Über die Kosten, die der Luftverkehrsgesellschaft durch den Vorfall entstanden sind, konnte er keine Angaben machen.

Vorschriften, welcher der Berliner Flughäfen in einem derartigen Fall anzusteuern ist, bestehen nicht. Die Entscheidung liege in Abschätzung der Gefahrenlage ausschließlich beim Piloten, erklärten die Flughafen-Gesellschaft und die Flugsicherung. Tegel sei die Berliner Basis von British Airways, hier habe der Flugkapitän mit optimaler Unterstützung durch eigenes Firmenpersonal rechnen können, so Boris Ogursky. Technisch sei die Landung hier überhaupt kein Problem gewesen. Eine Beschränkung auf Maschinen mit maximal 277 Sitzen ergibt sich laut Flughafen-Sprecher Eberhard Elie nur aufgrund der Abfertigungskapazitäten. Die Start- und Landebahnen seien für eine Boeing 747 völlig ausreichend, nur bei sehr hohen Temperaturen ergeben sich Beschränkungen des maximalen Startgewichts.

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