Wer war Zeuge? : 10000 Euro Belohnung

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Der Polizeipräsident hat 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die auf die Spur des Brandstifters führen, der am Montagabend einen Kinderwagen im Hausflur an der Ufnaustraße 8 angezündet hat. Bei dem Feuer starben, wie berichtet, neun Menschen – darunter vier Kinder. Hinweise auf verdächtige Personen, die zwischen 22 und 23.10 Uhr am Tatort gesehen wurden, nehmen alle Polizeidienststellen oder die Kripo unter der Telefonnummer 4664 912302 entgegen.

Die Bündnisgrünen wollen am kommenden Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses Aufklärung über den Feuerwehreinsatz verlangen. Auch gestern ging die Diskussion über den Vorwurf an die Feuerwehr weiter, dass „Sprach und Mentalitätsprobleme“ für die hohe Opferzahl verantwortlich sind.

Die Polizei kündigte für die kommenden Nächte intensive Streifen vor und in Häusern, auch in zivil, in Wedding und Tiergarten an. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise, dass der Täter ein Serienbrandstifter ist, im direkten Umfeld der Ufnaustraße hatte es in der jüngsten Vergangenheit keine weiteren Brandstiftungen gegeben.

Einen Tag später war in der Weddinger Schwedenstraße ein Kinderwagen angezündet worden – vermutlich von einem anderen. Denn dieser Tatort liegt weit entfernt. Derartige Zündeleien mit Feuerzeug oder Streichholz gelten als so genannte Nahraumdelikte, häufig wohnt der Täter sogar im gleichen Haus. Zwei Tätertypen kommen in Frage: Entweder Kindergruppen oder männliche, oft alkoholisierte deutsche Einzeltäter. 2005wurden bislang 218 Treppenhausbrände registriert, 33 Mal wurden Kinderwagen angezündet. Diese Zahlen sind in den letzten Jahren gesunken. Die Aufklärungsquote bei vorsätzlicher Brandstiftung betrug im Vorjahr 21,4 Prozent.

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