Wer will noch einen Pass? : Zahl der Einbürgerungen sinkt nur in der Region

Während in der Bundesrepublik die Zahl der Neubürger angestiegen ist, haben in Berlin und Brandenburg weniger Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Eine Erklärung dafür steht, zumindest für die Hauptstadt, noch aus.

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Einbürgerungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland. Die meisten Neubürger, die die deutsche Staatsbürgerschaft durch die Berliner Behörden erhielten, stammten im vergangenen Jahr aus der Türkei (1746), Vietnam (369), Polen (351), der Ukraine (213) und Russland (206).
Einbürgerungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland. Die meisten Neubürger, die die deutsche Staatsbürgerschaft durch die Berliner...Foto: dpa

Deutschland bekommt neue Bürger, im vergangenen Jahr erhielten bundesweit 112 300 Einwanderer die Staatsbürgerschaft – das sind 5,1 Prozent mehr als noch 2011. Nur in Berlin und Brandenburg sank die Zahl der Einbürgerungen. Sind es 2011 noch 6959 Neu-Berliner gewesen, die eine deutsche Staatsbürgerschaft durch die Berliner Behörden erhielten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 6398 Menschen. Eine Erklärung dafür hatte der Senat bisher noch nicht. Die meisten Neubürger stammten im vergangenen Jahr aus der Türkei (1746), Vietnam (369), Polen (351), der Ukraine (213) und Russland (206).

Auch in Brandenburg haben im vergangenen Jahr weniger Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. 2012 gab es 464 Einbürgerungen. Im Vorjahr waren es noch 784, es wurden also 320 Personen mehr eingebürgert. Nach Angaben des Innenministeriums in Potsdam entspricht die niedrige Zahl aus dem vergangenen Jahr dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre von rund 500 Einbürgerungen jährlich. Dass es 2011 deutlich mehr Einbürgerungen gab und sogar die bisher höchste Zahl in Brandenburg seit Neuordnung des Einbürgerungsrechts 1999, begründet das Ministerium mit einem Abbau von „bürokratischen Hürden und Doppelprüfungen“. Dadurch habe man einen Berg von Verfahren, der aus den Vorjahren aufgelaufen war, abbauen können.

Die meisten Neubürger kamen ursprünglich aus Vietnam (74), der Türkei (47), Polen (38), der Ukraine (35) und Russland (25). Mit deutlichem Abstand wohnten die meisten von ihnen in Potsdam (154). Die Erfolgsquote beim Einbürgerungstest lag bei 98 Prozent. 56 Prozent der Eingebürgerten habe ihre bisherige Staatsbürgerschaft aufgegeben oder qua Gesetz verloren.

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