Werk in Berlin-Friedrichsfelde : Neue Waschanlage für die S-Bahn

Die S-Bahn investiert ins Werk Friedrichsfelde und schafft eine neue Reinigungsanlage an. 5,5 Millionen Euro wird diese kosten. Im Herbst 2016 soll alles fertig sein.

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Ein Arbeiter geht im S-Bahn-Instandsetzungswerk Friedrichsfelde in Berlin zwichen den Zügen entlang.
Ein Arbeiter geht im S-Bahn-Instandsetzungswerk Friedrichsfelde in Berlin zwichen den Zügen entlang.Foto: dpa

Nur der Denkmalschutz hat sie gerettet. Sonst wäre die S-Bahn-Werkstatt Friedrichsfelde wohl schon abgerissen. Beim Sparen um jeden Preis hatte die damalige Geschäftsführung die Anlage 2006 stillgelegt. Weil sich in der anschließenden Krise zeigte, dass die Werkstatt doch noch gebraucht wird, nahm die neue Leitung sie 2010 wieder in Betrieb. Nun erhält sie sogar ihre erste Waschanlage zum Reinigen der Züge von außen, „Waschstraße“ genannt. 5,5 Millionen Euro wird sie kosten. Insgesamt investiert die S-Bahn in das neue alte Werk rund 25 Millionen Euro. Im Herbst 2016 soll alles fertig sein.

Weil die Wiedereröffnung ganz schnell gehen musste, kann der Ausbau nur bei laufendem Betrieb erfolgen. Erschwert werden die Arbeiten, weil das Baumaterial nur über die Schiene transportiert werden kann; eine Straßenanbindung für das Werk, das zwischen den Gleisen liegt, die die Bahnhöfe Lichtenberg und Friedrichsfelde Ost verbinden, gibt es nicht. Auch der Beton für den neuen Fußboden muss so geliefert werden.

Die Bahnen sollen sauber sein

Derzeit wird der Belag in der sogenannten Kranhalle erneuert. In ihr werden Motore oder Räder und Achsen der Züge getauscht. Weil die Halle jetzt nicht genutzt werden kann, müssen diese Arbeiten in anderen Werkstätten stattfinden, was Fahrzeuge und Fahrer binde, wie Tobias Fischer am Montag sagte. Er ist zuständig für die Instandhaltung der Bahnen.

184 Doppelwagen, bei der S-Bahn Viertelzug genannt, sind dem Werk Friedrichsfelde zugeteilt. Die Mitarbeiter reinigen dort die Züge im Zwei-Wochen-Rhythmus, prüfen sie und erledigen kleinere Reparaturen. Rund sechs bis sieben Stunden dauert nach Fischers Angaben ein solcher Durchlauf. Die Hauptarbeiten finden nachts statt, damit die Züge tagsüber fahren können. Zum Waschen müssen die Bahnen bisher ebenfalls in die Werkstätten Grünau oder Wannsee fahren.

Die neue Anlage wird von der polnischen Firma Agat gebaut, die die Ausschreibung gewonnen hat. Sollte die S-Bahn in der derzeitigen Ausschreibung des Senats den Zuschlag für den Betrieb auf dem Ring bekommen, was sehr wahrscheinlich ist, würde sie auch in Grünau eine neue Außenwaschanlage bauen, kündigte S-Bahnchef Peter Buchner an.

Wenn die S-Bahn schon die Pünktlichkeit nicht immer selbst beeinflussen könne, sollen die Bahnen wenigstens sauber sein, sagte Buchner. Für Signale und Weichen, die häufig ausfallen, ist der Bereich Netz der Bahn zuständig.

S-Bahn spart nicht um jeden Preis

Auch auf den Winter habe man sich wieder vorbereitet; konstruktive Mängel an den Fahrzeugen, die bei Schnee und Eis zu Ausfällen führen könnten, ließen sich aber nicht beseitigen. Und auch Zelte zum Abtauen von vereisten Zügen, die in die Werkstatt müssten, werde es nicht mehr geben, sagte S-Bahnchef Buchner. Die betrieblichen Nachteile seien zu groß, weil gleich mehrere Gleise blockiert sind.

72 Mitarbeiter sind in dem einst als überflüssig eingestuften Werk inzwischen beschäftigt; 16 von ihnen arbeiten in der Außenstelle in Erkner. Auch sie kommen 2018 nach Friedrichsfelde zurück. In der Halle in Erkner kann dann der Verein Historische S-Bahn die von ihm betreuten Oldtimer abstellen – mietfrei, wie Buchner sagte. Der Verein werbe schließlich für das Unternehmen. Die S-Bahn spart eben nicht mehr um jeden Preis.

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