WER WAR KARL-HEINZ KURRAS? : Der Mann, der zwei Mal Geschichte schrieb

DER SED-PARTEIGÄNGER

Karl-Heinz Kurras, heute 83 Jahre alt, machte in der West-Berliner Polizei rasch Karriere. Nach dem Krieg war er wegen unerlaubten Waffenbesitzes in einem sowjetischen Lager inhaftiert. Als er sich bei der Polizei im Westen bewarb, verdächtige ihn niemand einer Neigung zum SED-Regime. Kurras brachte es bis zum Ermittler beim Polizeilichen Staatsschutz – dann kam der 2. Juni 1967.

SCHUSS AUF OHNESORG

Während einer Demonstration gegen den Schah von Persien, der die Deutsche Oper besuchte, schoss Kurras dem unbewaffneten Studenten Benno Ohnesorg in den Kopf – warum, das weiß nur er selbst. Die Schüsse radikalisierten einen Teil der Studentenbewegung. Zweimal stand Kurras vor Gericht, zweimal wurde er frei gesprochen. Bis zur Pensionierung blieb er bei der Polizei.

MIELKES ZUTRÄGER

Seine Karriere als Stasi-Zuträger verlief so rasch wie sein Aufstieg bei der Polizei. Kurras lieferte Material, das viele Akten füllte. Er gab Informationen über West-Agenten im Osten weiter und informierte die Stasi über DDR-Flüchtlinge – das Ministerium für Staatssicherheit setzte daraufhin deren Verwandte im Osten unter Druck. 1967 beendete die Stasi die Zusammenarbeit. wvb.

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