Wespen in Berlin : Der Angriff des Kommando Maja

Hilfe, die gelb-schwarzen Attentäter kommen: ein Aufruf zum Krieg gegen Vespula Germanica Vulgaris. Eine Glosse.

von
Steht auch auf Zunge: Die Wespe meint es im Grunde gut, sie braucht nur ein bisschen Zucker-Energie oder tierisches Protein für ihre niedlichen Larven. Foto: picture alliance / dpa-tmn
Steht auch auf Zunge: Die Wespe meint es im Grunde gut, sie braucht nur ein bisschen Zucker-Energie oder tierisches Protein für...Foto: picture alliance / dpa-tmn

Terroristen sind immer die anderen. Aus der Sicht gelb-schwarzer Guerrilleros freilich, das verrät deren jüngstes Bekennervideo, ist die Jagd nach Zuckerenergie legitim. Das Propaganda-Machwerk stammt von Exemplaren der Vespula Germanica und Vespula Vulgaris, die unter dem Kuschel-Tarnnamen „Kommando Maja“ kooperieren. Gezeigt wird, wie im Café eine Attentäterin den Süßquark „Eiweißschock“ unterwandert, bis der Löffel eines Menschenweibchens sie zum Gaumen schaufelt, worauf das zermalmte Tier von Frau Goliath beim Verspüren des „allzu berechtigten“ (O-Ton „Maja“) Defensivstiches ausgespuckt wird. Die Agitatoren behaupten: Bruterhaltende Proteinsuche habe ihre „Märtyrerin“ zur Feindeszunge getrieben; dann bricht der Clip, den Youtube jetzt löschen musste, ab. Da unterschlägt das Video, wie Bürger ihre Werte gegen solche Attacken zu verteidigen wissen.

Denn nach Zeitungsrecherchen leistete ein Dentist vom Nebentisch erste Hilfe. Die Kellnerin bringt Zwiebel und Eis. Der vom Opfer mit schmerzschwerer Eiswürfel-Artikulation herbeitelefonierte Gatte setzt die im Honignapf äsende nächste Rotte fest; er ruft eine Ärztin, die vom nahen Markt herbeieilt, mit der Patientin zur Apotheke fährt, Homöopathisches besorgt.

Die Wespe wird eigenhändig rausgezogen

Stunden später erkennt die Gepiekste: Schwellung, Allergie, Vergiftung bleiben aus, nur Vespulas Stachel steckt in der Zunge! Der wird nun eigenhändig rausgezogen. Offenbar können Citoyens gegen gelb-schwarzen Terror irgendwie zusammenstehen, aber: Wer da faselt, „bienenfleißige“ Proteinbeschaffung sei nicht schlecht an sich, Killerinsekten bräuchten Streichelzoos – der bedroht den Spätsommer unserer Zivilisation. Null Toleranz für Wespenversteher!

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben