Berlin : Wetten in der Waldbühne

Kaum hat Thomas Gottschalk „Wetten, dass…?“in Basel hinter sich gebracht, beginnen auch schon die Vorbereitungen für die nächste Show: im Juli in Berlin

Maxi Leinkauf

Pit Fischer hat seine Koffer zu Hause noch nicht ausgepackt, da ist er im Geiste schon wieder unterwegs. Gerade hat der Bühnenbildner seine Arbeit bei „Wetten, dass…?“ in Basel beendet, da denkt er bereits an die nächste Ausgabe des ZDF-Show-Klassikers. Die startet in der Waldbühne in Berlin, am 3. Juli. Die Vorbereitungen haben schon jetzt begonnen.

Seit 23 Jahren gestaltet Pit Fischer die Kulissen für „Wetten, dass…?“. „Wie kriege ich es hin, dass 23000 Leute auf ihren Plätzen etwas verstehen, die Sendung lebt ja von der Sprache.“ Und wie lassen sich die Zuschauer gewinnen? „Der Thomas lebt doch von dem Kontakt zu den Leuten.“ Fragen, die er lösen muss.

Nach der Arena in Palma de Mallorca und dem Eurodisneyland in Paris ist die Waldbühne der dritte Freilichtort der größten Fernsehshow Europas, die Fischer vorbereitet. Die Waldbühne hat er bereits inspiziert, sich ein Bild gemacht. Aber er wird noch viele Gespräche führen. „Ich werde mit der Feuerwehr reden, ob wir Fackeln verwenden und den Rasen beschädigen dürfen.“ Anders als bei den Shows, die aus Stadthallen und Kongresszentren übertragen werden, ist der Aufwand bei Open Air ungleich größer: Statt 6000 Zuschauern kommen 23000, und die Bühne muss wetterfest präpariert sein.

Der Hausherr frohlockt indes: „Nach den vielen Rock-, Pop- und Klassikkonzerten freue ich mich nun besonders, auch mal die größte TV-Show Europas in der Waldbühne begrüßen zu dürfen“, sagt Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Entertainment AG (DEAG). Er hat vor allem den Werbeeffekt für die Waldbühne im Blick. Die jüngste Sendung am vergangenen Sonnabend sahen rund 15,5 Millionen Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von knapp 50 Prozent.

Einige der logistischen Hürden hat Fischer schon gelöst. Es mag regnen oder stürmen: „Die Deko unter dem Dach wird nicht umfallen.“ Aber wie er trotz Tageslicht eine intime und gleichzeitig aufregende Atmosphäre schaffen kann, dem Event entsprechend, „darüber grübele ich noch.“ Wie die Kulissen parallel umgebaut werden können, weiß er auch nicht. Das ist aber nötig, denn die Bühne sei viel schmaler als in einer Halle. Aber Fischer ist nicht allein - der Tross der Fernseh-Show umfasst rund 250 Leute: Redakteure, Techniker, Maskenbildner, Produktionsassistenten, Bühnenspezialisten.

Mit dem Berliner Publikum ist Moderator Gottschalk vertraut. Schon viermal war er mit „Wetten dass…?“ in der Stadt, zuletzt im vorigen Jahr. Da gewannen die Berliner sogar die Stadtwette. Auslöser war der bizarre Streit um eine Currywurst-Bude am Brandenburger Tor, und Gottschalk wettete, dass es die Berliner nicht schaffen, bei winterkalter Witterung 500 Grills am Brandenburger Tor aufzubauen. Sie schafften es und veranstalteten eine der größten Grillpartys der Stadt.

Die Wetten für die diesjährige Sommershow stehen noch nicht fest: Für Bewerber bleibt also Zeit. „In der Waldbühne sind ganz andere Wettaktionen möglich als im Studio“, freut sich ZDF-Sprecher Peter Gruhne. Pit Fischer schaut sie sich dann entspannt an. Und ist gedanklich schon wieder anderswo.

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