Wetter : Eiszeit in Berlin

In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern können die Temperaturen auf unter minus 20 Grad fallen. Für Obdachlose bedeutet das potenziell Lebensgefahr.

Bei Temperaturen unter minus 20 Grad sind Obdachlose besonders gefährdet.
Bei Temperaturen unter minus 20 Grad sind Obdachlose besonders gefährdet.Foto: dapd

Die Temperaturen fallen in den kommenden Tagen in Ostdeutschland teilweise auf unter minus 20 Grad. „Wir erwarten für die Nacht zu Mittwoch und Donnerstag, dass in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und eventuell auch in Sachsen sowie Sachsen-Anhalt die Minus-20-Grad-Marke unterschritten wird“, sagte die Meteorologin Dorothea Petzold vom Deutschen Wetterdienst(DWD) am Dienstag. Im Westen Deutschlands wird es in den Nächten recht wolkig, daher werden die Temperaturen nicht ganz so eisig. Zum Ende der Woche wird mit etwas milderen Temperaturen gerechnet. „In der Nacht liegen die Werte unter den Gefrierpunkt, am Tag leicht darüber“, sagte Petzold weiter.

Am Mittwoch überwiegt im Osten und Norden trockenes Wetter. Nach Westen und Süden hin ist der Himmel meist stark bewölkt und es kann vereinzelt etwas schneien oder regnen. Die Temperaturen erreichen tagsüber Werte zwischen minus zwölf Grad in Odernähe und drei Grad am Oberrhein. In der Nacht zum Donnerstag ist der Himmel im Norden und Osten teils klar, nach Süden und Westen hin meist stark bewölkt, wobei vereinzelt etwas Schnee oder gefrierender Regen fallen kann.

Die schöne Seite des Winters
Ein Schwan thront auf einem Schneehaufen und beobachtet in aller Ruhe die blitzeisgefährdeten Fußgänger in der Hauptstadt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 59Foto: dapd
06.01.2011 15:49Ein Schwan thront auf einem Schneehaufen und beobachtet in aller Ruhe die blitzeisgefährdeten Fußgänger in der Hauptstadt.

Am Donnerstag ist es wechselnd oder stark bewölkt. Während ganz im Osten tagsüber Frost bis minus zehn Grad herrscht, steigt im Westen und Südwesten die Temperatur auf minus ein bis vier Grad an.

Am Freitag ist es überwiegend stark bewölkt und vor allem in einem Streifen von Brandenburg und Sachsen hinüber nach Nordrhein-Westfalen schneit es zeitweise. Ganz im Westen kann es auch regnen, im Süden und Südwesten ist es neblig-trüb. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus drei Grad im Nordosten und drei Grad im Westen.

Gefahr für Obdachlose

Die Prognose des DWD bedeutet für Obdachlose potenziell Lebensgefahr: Angesichts der Vorhersage bereiten sich Helfer vor, den Betroffenen bei klirrender Kälte zur Seite zu stehen. Im vergangenen
Winter gab es bundesweit 17 Kältetote.

Die Leserbilder: Berliner Wintereindrücke
Offenbar keine Probleme mit kalten Füßen hat dieses Huhn, fotografiert von Ralpf Hinterkeuser. Schicken auch Sie uns Ihre Fotos des Berliner Winters an leserbilder@tagesspiegel.de.Weitere Bilder anzeigen
1 von 273Foto: Ralph Hinterkeuser
21.01.2011 10:35Offenbar keine Probleme mit kalten Füßen hat dieses Huhn, fotografiert von Ralpf Hinterkeuser. Schicken auch Sie uns Ihre Fotos...

Kommunen und Bürger achten nach Ansicht eines Experten in diesem Winter verstärkt auf Obdachlose. „Die Leute sind sensibilisiert“, erklärte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft
Wohnungslosenhilfe e.V., Thomas Specht, in einem Gespräch. „Viele sehen stärker hin und verständigen Hilfsorganisationen oder Polizei, wenn sie jemanden draußen liegen sehen.“ Oft wehrten sich die Obdachlosen allerdings, mit in Unterkünfte zu kommen, weil sie schlechte Erfahrungen damit gemacht hätten.

In den kommenden sehr kalten Nächten sei es besonders wichtig, an die zu denken, die draußen übernachten, sagte Specht: „Einrichtungen sollten auch tagsüber geöffnet sein, U-Bahn-Stationen nachts offen gelassen werden, um Wohnungslosen Unterschlupf zu bieten.“ So könnten Obdachlose vor dem möglichen Kältetod bewahrt werden.

In Polen sind in diesem Winter bis zum 26. Dezember bereits 127 Menschen erfroren. In Ungarn zählte die Nachrichtenagentur MTI allein im Dezember mehr als 20 Kältetote, darunter zwei Obdachlose. Acht Menschen erfroren in ihren ungeheizten Wohnungen. In Rumänien meldeten die Medien in diesem Dezember ganze sechs Kältetote - darunter ein Obdachloser und zwei alte Leute in ungeheizten Wohnungen. (dpa/dapd)

 

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