Wetter : Gegen den guten Rutsch

Es wird kalt und glatt. Nur die BSR darf Tausalz streuen. Bei Verstößen können bis zu 10.000 Euro fällig werden, weil das Salz den Pflanzen zusetzt. Was die Alternativen sind

Stefan Jacobs

Der Regen wird allmählich kälter – und könnte sich an diesem Wochenende mit Schneeflocken mischen. Für Sonntag prophezeit der Wetterdienst Meteogroup nach einer frostigen Nacht noch maximal null Grad, und „von Dienstag an bekommen wir auf alle Fälle Dauerfrost“. Wobei die Tendenz im Laufe der nächsten Woche weiter abwärts zeige: tags von etwa minus zwei in Richtung minus vier Grad, nachts von minus fünf hin zu minus zehn. Dabei soll es eher grau als sonnig bleiben und vielleicht hin und wieder einen Schneeschauer geben. Es dürfte also nicht nur ungemütlich werden in Berlin, sondern auch glatt.

Die BSR steht mit maximal 2000 Helfern sowie 450 Räum- und Streufahrzeugen für Straßen und Kreuzungen bereit. Wie seit sechs Jahren üblich, wird dabei an kritischen Stellen Feuchtsalz gestreut – ein direkt vom Streufahrzeug gemischter Cocktail aus festem Natriumchlorid (Kochsalz) und einer Kalziumchloridlösung. Maximal 25 Gramm pro Quadratmeter und Tour sind erlaubt, nach Möglichkeit wird aber sparsamer dosiert.

Für Gehwege, Privatstraßen, den Zugang zu Mülltonnen und Bushaltestellen der BVG – sofern auf dem Gehweg dahinter kein Radweg verläuft – sind die Grundstückseigentümer verantwortlich. Die sollten aber Sand oder Splitt verwenden und unbedingt die Finger von den Streusalzsäcken lassen, die in vielen Baumärkten zu bekommen sind. Die Stadtentwicklungsverwaltung erinnert daran, dass Privatleute in Berlin grundsätzlich kein Salz streuen dürfen. Bei Verstößen können bis zu 10 000 Euro fällig werden, weil das Salz den Pflanzen zusetzt. Vor allem Straßenbäume können regelrecht vergiftet werden, weil das Salz von der Natur nicht abgebaut wird, sondern sich im Boden anreichert. Ginge es nach Pflanzenschutzamt und Umweltverbänden, wäre der Verkauf von Tausalz an Privatleute längst verboten.

Für die Schneeräumung auf Radwegen hat die BSR nach eigener Auskunft größtenteils wieder dieselben Firmen unter Vertrag, die im vergangenen Winter teilweise versagt hatten. Es gebe nicht allzu viele Unternehmen, die infrage kommen, sagt BSR-Sprecher Bernd Müller – und versichert: „Wir haben ein wachsames Auge auf diese Firmen.“ Stefan Jacobs

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar