Wetter in Berlin : Diplom-Meteorologe Riemann: "Weniger als fünf Grad gehen nicht"

Heute schon gebibbert? Es ist fast Mai aber die Temperaturen kommen kaum in den zweistelligen Bereich. Wo die Kälte herkommt – und wann sie geht.

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Regen in Berlin.
Regen in Berlin.Foto: dpa

Herr Riemann, wir haben fast Mai – und quälen uns morgens bei knapp über null Grad zur Arbeit. Darf man also vermuten, dass es ab jetzt nur besser werden kann?
Darf man. Weniger als fünf Grad Höchsttemperatur gehen Ende April gar nicht. Normal wären etwa 16 Grad. Aber mich freut, dass es so ist. Wir hatten nämlich seit vielen Jahren gar kein richtiges Aprilwetter mehr, sondern eher Frühsommer mit teils dramatischer Trockenheit. Der Natur tut das aktuelle Wetter gut – vielleicht mit Ausnahme der Obstbäume, die gerade blühen. Für Süddeutschland erwarte ich in der Nacht zu Donnerstag übrigens verheerende Frostschäden. Bei uns wird eher die Nacht zu Freitag frostig, aber wohl nicht so schlimm.

Der Wind macht das Wetter noch ungemütlicher. Wie kann es sein, dass der bei dieser Kälte ausgerechnet aus Südwesten weht, wo sonst die Wärme herkommt?

Die Luft startet mit etwa minus 20 Grad im Nordpolargebiet, gelangt dann über Island nach Frankreich. Der Wind lenkt die Luftmasse um das Tief „Uta“ herum, sodass sie aus Südwesten zu uns kommt. Aber eben nicht aus Afrika wie sonst oft, wenn es hier besonders warm ist.

Wird es denn wenigstens am Wochenende besser, wenn der Mai beginnt und in Werder das Baumblütenfest?

Ja, vor allem Freitag und Sonnabend gibt es viel Sonne bei steigenden Temperaturen. 16 Grad sollten auch Sonntag noch drin sein. Für Himmelfahrt sieht es allerdings dann wieder durchwachsener aus – und kühler, womöglich mit Nachtfrost.

Jörg Riemann, 48, ist Diplom-Meteorologe beim Wetterdienst Meteogroup. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Adlershof versorgt u. a. die BSR mit Informationen für den Winterdienst.

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