Wetter : Juli der Rekorde

Das war spitze: Zwölf Tage mit Tropenwärme und die heißeste Nacht seit Jahrzehnten. Dieser Juli war nicht der heißeste aller Zeiten - aber nahe dran.

Maris Hubschmid/ Marianna Mamonova
Ganz weit vorne. Der Juli zählt zu den Spitzenreitern – was die Temperaturen und Sonnenscheindauer angeht. Auch dieses Wochenende soll sommerlich ausfallen.
Ganz weit vorne. Der Juli zählt zu den Spitzenreitern – was die Temperaturen und Sonnenscheindauer angeht. Auch dieses Wochenende...Foto: Engler

Auch, wenn es schwer zu glauben ist: Dieser Juli war nicht der heißeste aller Zeiten. 22,2 Grad Durchschnittstemperatur konnte der private Wetterdienst „Meteogroup“ am Freitag in Berlin vermelden, genau ein Grad zu wenig für den Spitzenplatz. Einen Durchschnittswert von 23,2 Grad nämlich erreichte der siebte Monat im Jahr 2006. Den Sieg wird also auch der Samstag nicht einbringen – er bräuchte Temperaturen von um die 60 Grad.

Rekorde wurden trotzdem eingestellt, wie Jörg Riemann von Meteogroup bestätigt. Zum Beispiel dieser: Nie zuvor gab es in der Hauptstadt so viele aufeinanderfolgende Tage mit Temperaturen über 20 Grad – acht. Oder aufeinanderfolgende Tage mit Temperaturen von über 35 Grad: Immerhin drei. Die Messlatte höher gelegt haben auch die hinter uns liegenden Nächte. Vom 10. bis zum 17. Juli verzeichneten Meteorologen die bisher längste Periode von „Tropennächten“ mit Niedrigstwerten von über 20 Grad. Die wärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen durchlitten schlaflose Berliner vom 11. auf den 12. Juli. Da sank das Quecksilber auf lediglich 22,5 Grad.

Es gibt noch mehr stolze Zahlen. 21 „Sommertage“, definiert als Tage mit Temperaturen von über 25 Grad, lockten die Menschen an Spree und Wannsee, mehr als doppelt so viele wie sonst. Sogenannte „heiße Tage“ mit Höchstwerten von über 30 Grad waren in Berlin sogar gleich vier Mal so häufig wie üblich: zwölf statt drei. Schließlich muss der Rekord schlechthin Erwähnung finden: Mit 38,7 Grad war der 11. Juli der heißeste Tag, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Berlin. Die Stadt erlebte mit ihm den sonnigsten Sonntag denn je.

Einigermaßen überraschend kommt da diese Nachricht: Mit besonders heftiger Trockenheit lässt der scheidende Monat uns nicht zurück. „Die Regenfälle in der vergangenen Woche haben dazu geführt, dass die Niederschlagsbilanz wieder weitgehend relativiert wurde“, sagt Wetterexperte Riemann. Gerade im Südosten der Stadt fiel nur geringfügig weniger Regen als in den Jahren zuvor.

Und so geht’s weiter: Angenehm sommerliche Temperaturen von um die 22 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst in der kommenden Woche. Trotz des herrlichen Picknickwetters gilt das Grillverbot im Tiergarten noch immer und wird laut Stephan von Dassel, Bezirksstadtrat in Mitte, auch weitgehend eingehalten. Lediglich ein Kindergeburtstag feiernder Vater sei in der vergangenen Woche mit einer Bußgeldstrafe in Höhe von 250 Euro nach Hause gegangen.

Mindestens bis zum 13. August soll das Grillverbot aufrechterhalten werden, wegen akuter Brandgefahr. Auch wenn die positive Wirkung des Grillverbots auf die Wiesen des Tiergartens unverkennbar sei, sagt Stadtrat Dassel, sei er dafür, den Grillfreudigen danach noch eine Chance zu geben. Wenn die Griller Verantwortungsbewusstsein bewiesen und ihren Müll mitnähmen, könnte der Bezirk auch die 200 000 Euro für die Müllentsorgung sparen.

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