Wetter : Stürmische Pfingsten in Berlin

Eine Unwetterfront mit schweren Gewittern und Sturmböen ist heute über Berlin hinweggezogen und hat viele Sachschäden verursacht. Auch in den nächsten Tagen ist mit Gewittern zu rechnen.

Berlin - Wegen schwerer Unwetter hat die Berliner Feuerwehr hat am zweiten Tag in Folge den Ausnahmezustand ausgerufen. Wie ein Sprecher des Lagedienstes mitteilte, rückten die Einsatzkräfte seit 17:25 Uhr pausenlos aus. Über Berlin waren am Abend schwere Gewitter mit Niederschlägen, Sturm und Hagel gezogen. Die Lage war dem Sprecher zufolge aber "weniger dramatisch" als am Vortag.

Kleinere Bäume wurden entwurzelt und Dachziegel flogen durch die Luft. Planen von Baustellen flatterten im Wind. In der Wilmersdorfer Barstraße stürzte das Dach eines Gebäudes ein. Personen wurden nach Angaben des Feuerwehrsprechers nicht verletzt. Das Fanfest zum DFB-Pokalfinale wurde wegen des Unwetters kurzzeitig unterbrochen und die Besucher evakuiert. Es sollte jedoch fortgesetzt werden.

Am Freitagabend mussten die Einsatzkräfte insgesamt 470 Mal ausrücken, sagte ein Feuerwehrsprecher. Vor allem schräge und umgestürzte Bäume, durch die Luft fliegende Bauteile, Antennen, Dachziegel und Sonnenschirme beschäftigten die Feuerwehr. In der Zehlendorfer Platanenallee drohte eine 18 Meter hohe Linde umzustürzen. Ein Dach in der Chausseestraße in Mitte wurde abgedeckt. Zusammen mit Kräften der Freiwilligen Feuerwehr waren insgesamt rund 900 Mann "in Bewegung", wie der Sprecher weiter sagte.

Die heftigen Regenfälle ließen viele Keller voll Wasser laufen. Außerdem verzeichnete die Feuerwehr in mehreren Stadtteilen verstopfte Kanalisationen. Dies sei teilweise durch den seit Tagen auf den Straßen liegenden Blütenstaub, der sich mit Reifenabrieb und Staub verband, ausgelöst worden, erläuterte der Sprecher.

Entstanden waren die Unwetter nach Angaben von Meteorologe Friedrich Föst vom privaten Wetterdienst MC Wetter an der derzeit über Deutschland liegenden Luftmassengrenze zwischen kühler Atlantikluft im Nordwesten und warmer und feuchter Mittelmeerluft. In den Gewittern seien Windgeschwindigkeiten zwischen 80 und 90 Kilometern pro Stunde erreicht worden. In Lichtenberg wurde eine Böe mit 117 Kilometern pro Stunde gemessen, auf dem Fernsehturm am Alexanderplatz wurden sogar 120 Kilometer pro Stunde registriert. Dabei gingen bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Örtlich fielen Hagelkörner mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern.

Pfingstaussichten ungünstig

Die Prognosen der Wetterexperten für Pfingsten sind ebenfalls nicht heiter. Auch am Pfingstsonntag und -montag sollte es gewittrig, regnerisch und sehr windig werden. Zudem können dem Meteorologen zufolge am Montag Niederschlagsmengen von bis zu 50 oder gar 60 Liter pro Quadratmeter fallen. Eine solche Witterungslage um das Pfingstfest herum ist nach Einschätzung von Föst "nicht üblich, aber auch nicht außergewöhnlich".

Die Meteorologen von MC Wetter hatten heute auf eine besondere Art und Weise mit Unwetterfolgen zu kämpfen. In ihrem Gebäude an der Neuköllner Gradestraße waren mehrere Computer und andere Geräte zeitweise ausgefallen - wegen eines Blitzschlages. (tso/ddp)

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