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Wetter und Unwetter : Front zog an Berlin vorbei

Vor potenziell gefährlichem Wetter war gewarnt worden, aber wieder einmal zogen die schweren Gewitter nicht nach Berlin. Glück gehabt. Der Wetterdienst gibt zur Sicherheit sein Bestes, aber Rettungskräfte kritisieren, dass möglicherweise zu viele Warnungen womöglich nicht mehr so ernst genommen werden könnten.

von und Sarah Kugler
Nach Unwetter sieht das nicht aus.
Nach Unwetter sieht das nicht aus.Foto: dpa

Die Rettungskräfte der Stadt konnten am Sonntagabend aufatmen – und zugleich hatten sie Grund zur Sorge. Wieder einmal, wie in den vergangenen zwei Wochen regelmäßig, hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) zur Sicherheit eine Warnung herausgegeben. Wie die Feuerwehr dem Tagesspiegel auf Anfrage mitteilte, habe der DWD für Freitagnachmittag eine Unwetterwarnung, für den späten Sonnabend und Sonntag je nur eine Wetterwarnung geschickt. Darauf wies der Deutsche Wetterdienst in Potsdam am Montag hin. Die DWD-Warnung für Sonntag löste sie sich für Berlin dann aber in der schwülen Abendluft auf. Zweimal schlug im Hitzesommer auch schon der „Katwarn“-Handydienst der Feuerwehr an – allein die vermutete besondere Katastrophenlage stellte sich – zum Glück – nicht ein. Doch der Deutsche Wetterdienst versucht natürlich alles, um Regionen und Firmen auf mögliche gefährliche Witterungsbedingungen - sowie Unwetterlagen vorzubereiten, damit diese alle nötigen Verkehrungen für den Ernstfall treffen können.

Konkurrenz zwischen Staat und Privaten

In der Retterbranche warnt man aber davor, dass die DWD-Warnungen womöglich nicht mehr so ernst genommen werden könnten. Da aber der staatliche Dienst in Konkurrenz zu den vielen Privaten steht, die nur darauf lauern, dass der DWD mal eine Warnung verpasst, um dann das Geschäft an sich zu ziehen, werde der Wetterdienst lieber einmal zu viel als zu wenig warnen. Auf den Gewittermonitoren sahen Berliner Wetterexperten aber am Sonntag schon, dass das Unwetter am Abend an der Stadt vorbeiziehen würde. Da die Metropole einige Grad heißer ist als das Umland, werden die Luftmassen oft schnell nach oben gerissen und abgelenkt und verlieren ihre Gefahr über der Stadt. Andererseits hat es in Berlin in den Sommern durchaus auch immer mal wieder schlimme Stürme und Überspülungen gegeben.

In Potsdam Unwetter vor Feuerwerksshow

Am Samstagabend indes gab es tatsächlich ein Unwetter – und in der 13-jährigen Geschichte der Potsdamer Feuerwerkersinfonie eine Premiere: Die Feuerwerksveranstaltung musste kurzfristig abgebrochen werden. Innerhalb weniger Minuten war das Gelände, auf dem sich laut Veranstalter rund 9000 Besucher befanden, evakuiert worden. Augenzeugen berichteten von aufwühlenden Szenen, von brüllenden Ordnern, von schiebenden Kehrwagen, von kläffenden Hunden.
Bei den Veranstaltern hingegen hieß es unter Berufung auf die Feuerwehr und die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes, die Evakuierung sei „zügig und ruhig“ verlaufen. Zu Schaden sei niemand gekommen. Auf Facebook äußerten sich Gäste dahingehend auch positiv. Schon Freitagabend hatte der Volkspark angekündigt, dass die Veranstaltung am Sonnabend ausfallen könnte. Die endgültige Entscheidung fiel dann gegen 21 Uhr, als der DWD mitteilte, dass zwischen 21 und 22 Uhr mit schweren Unwettern in Potsdam zu rechnen sei, berichteten die Veranstalter. Die Voraussage bestätigte sich wenige Minuten später mit starkem Wind, Regen sowie Gewitter.
Natürlich waren die Feuerwerker auch enttäuscht.

Doch einer typischen Gewitterwolke, die in zehn Kilometern Höhe 256 000 Tonnen wiegt, ist nichts entgegenzusetzen. Am Montag wird bekannt gegeben, ob die Gäste ihr Geld zurückbekommen oder die Veranstaltung wiederholt wird.

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