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Berlin : Wider Erwarten begannen die Bauarbeiten für umstrittenes Luxushotel gestern noch nicht

CD

Die Naturschützer waren gestern auf dem Teufelsberg zur Stelle - nicht aber die erwarteten Bauarbeiter. Rund 20 Gegner des Hotel- und Wohnungsbauprojekts, darunter Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie die Grünen-Abgeordneten Hartwig Berger, Bernd Köppl und Ismail Kosan, versammelten sich gegen 6.30 Uhr vor den Toren der ehemaligen Abhörstation der Alliierten. Dort blockierten sie Teile der Zufahrt mit Baumstämmen und Zweigen.

Vielleicht wegen dieser "symbolischen Aktion" blieb der angekündigte Beginn der Bau- beziehungsweise Abrissarbeiten bis zum Nachmittag aus. Vom Kölner Investor Gruhl & Partner waren keine Auskünfte zu erhalten. Das Unternehmen um den Architekten Hartmut Gruhl will 150 Millionen Mark in Wohnungen und Lofts, ein Fünf-Sterne-Hotel mit 130 Zimmern, ein Ausflugslokal und ein Spionagemuseum investieren.

Auch die Grünen machten nicht alle Ankündigungen wahr: Wegen kühler Temperaturen gaben die drei Abgeordneten am Sonntag ihren Plan auf, in einem Zelt auf der Bergspitze zu übernachten. Bei der gestrigen Kundgebung äußerten sie erneut die Sorge, das Projekt sei ein Präzedenzfall, dem weitere Bauvorhaben im Grunewald oder anderen Berliner Forsten folgen könnten. Auf den wahrscheinlichen Beginn der Arbeiten in den nächsten Tagen werde man sofort mit einer neuen Aktion reagieren, sagte Hartwig Berger. Zudem kündigte er für den kommenden Sonnabend ein demonstratives "Joggen rund um den Teufelsberg" an; die Läufer starten um acht Uhr am Parkplatz in der Teufelsseechaussee.

Unterdessen verhandeln die Investoren mit einem möglichen neuen Pächter für das Hotel. Wie berichtet, waren Gespräche mit der Raffles-Holding aus Singapur erfolglos geblieben. Jetzt steht man in Kontakt zum Kölner Hotelunternehmer Thomas Althoff, der bereits ein halbes Dutzend Spitzenhotels wie das "Schlosshotel Lerbach" in Bergisch-Gladbach betreibt.

"Wir wollen nach Berlin und prüfen drei, vier Standorte", sagte Althoff gestern dem Tagesspiegel. In Betracht kämen auch Grundstücke in Charlottenburg und Mitte. Ein baldiger Abschluss der Verhandlungen um den Teufelsberg sei derzeit noch nicht absehbar.

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