Berlin : Widerspruch wecken

Wie Eltern ihre Kinder vor Missbrauch schützen können

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Mit Aufklärung kann man Kinder gegen Missbrauch zumindest teilweise wappnen. Sieben Grundregeln gelten dabei (siehe rechts). In Berlin ist der Verein „Strohhalm“ (Tel.: 614 18 29) nach eigenen Angaben der einzige, der im Bereich Prävention arbeitet. Die Mitarbeiterinnen gehen in Grundschulen, sprechen erst mit Lehrern und Eltern und üben dann mit den Kindern in Rollenspielen, wie sie sich schützen können. „Wenn der nette Onkel die Hand des kleinen Mädchens dauernd auf seinem Oberschenkel auf und ab schiebt, weiß das Kind nicht immer, was das zu bedeuten hat“, sagt die Diplompädagogin Ulli Freund vom Verein „Strohhalm“. Lehrer und Eltern müssten sich klar machen, dass man in Kindern Widerspruchsgeist wecken muss, damit sie lernen, selbst Grenzen zu setzen – „auch wenn das für Erzieher anstrengender ist“. Von widerspenstigen Kindern lassen Täter schneller ab. Nach USStudien werden Kinder, die an einem Präventionstraining teilnehmen, nur halb so oft Opfer von Missbrauch wie andere. Für Deutschland gebe es keine vergleichbare Studie, so Freund. Die Polizei rät, dass Kinder, die sich verfolgt fühlen oder angesprochen werden, in der Öffentlichkeit bleiben sollen. Der Marzahner Täter hatte seine Opfer an der Haustür überfallen. fk

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