Berlin : Wie Al Capone

Andreas Conrad

hätte eine neue Verwendung für britische Telefonzellen Als man im Reiche Elizabeths II. daran ging, die roten Telefonhäuschen auszumustern, fand sich schnell eine neue Verwendung. Kaum eine britische Gemeinde oder Militäreinheit, die ihre Partnerstadt nicht mit diesem typisch britischen Kulturgut erfreute. Angesichts der Folgekosten ein wahres Danaergeschenk! Jetzt allerdings deutet sich eine Umnutzung an: Die City- Maut nach Londoner Vorbild – und man versuche uns nicht einzureden, dass diese Möglichkeit fiskalischer Einkünfte hierzulande aus der Welt sei – dürfte sich nicht spontan hoher Akzeptanz erfreuen. Doch wenn man als Toll-Stations nun diese roten Häuschen verwendete, sähe die Sache ganz anders aus. Zahlstellen als Sympathieträger, das wäre was Neues. Ein Unbehagen freilich bleibt. Blicken wir nach Chicago, ebenfalls Maut-belastet: sogar mit 75 Dollar pro Chicago-Sticker, statt der moderaten fünf Pfund (acht Euro) in London – das ist die Al-Capone-Version, eine staatliche Alternative zum Schnapsschmuggel. Seien wir also gewarnt… bevor schwere Jungs das erste Telefonhäuschen leer räumen, stilecht mit MP.

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