Berlin : Wie Berliner Internetfirmen mit dem Virus umgingen

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Zumindest einige Berliner Unternehmen freuten sich über die unerwarteten Liebesgrüße aus dem Internet. Als der Computer-Virus "I Love You" Netzwerke und Großrechner lahmlegte, schrillten zwar auch in den Berliner Internetfirmen die Alarmglocken. Doch nicht überall war man über den vermeintlichen Liebesbrief unglücklich. "Wir hatten endlich mal Zeit, in unseren neuen Räumen die Umzugskartons auszuräumen und die Regale zusammenzuschrauben", sagt Andreas Gürtler vom Internet-Verbrauchermagazin "dooyou".

Um 11.30 Uhr hatten dort die ersten Mitarbeiter den per E-Mail übertragenen Virus aktiviert. Zehn Minuten später wurde der "dooyou"-Server vom Netz genommen. Die Seiten im Internet funktionierten zwar weiterhin, die Redaktion konnte ihr Angebot aber nicht aktualisieren. Gegen 18 Uhr gaben die Virus-Experten grünes Licht und "dooyou" ging wieder online.

Andere Firmen reagierten schneller. Beim Internet-Auktionshaus "ebay" warnte ein großes Schild am Eingang vor dem Liebesbrief. Auch hier war die E-Mail nicht von den Viren-Erkennungsprogrammen entdeckt worden, die üblicherweise das Unternehmen vor unerwünschten Gästen im Netz schützen. "Auch in den nächsten Tagen müssen wir noch vorsichtig sein. Der Virus lässt sich leicht verändern und wird auch unter anderem Namen verschickt," warnt Joachim Guentert bei "ebay".

Virus-Experte Marco Deppe vom neuen Berliner Internet-Anbieter "meome" erkannte als einer der ersten die Funktion des Virus und bietet Abhilfe. Bei "meome" geben 150 Internet-Guides zu verschiedenen Themen Informationen. Die Tipps rund um den "Visual Basic Script Wurm" füllen ganze Seiten. Wer die Anweisungen anschaut, mit denen sich der Virus "von Hand" unschädlich machen lässt, ist schnell überzeugt, seinen elektronischen Postkasten einige Tage mit höchster Vorsicht zu behandeln.

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