Berlin : Wie bremst man einen Elefanten mit Tempo 30?

CS/cm

Peter Huß ist Elefantenpfleger - einer der erfahrendsten seiner Zunft. Seit mehr als 30 Jahren betreut er die Dickhäuter im Hamburger Tierpark Hagenbeck und muss nicht lange überlegen, fragt man ihn nach der Höchstgeschwindigkeit seiner grauen Riesen. "Na ja, so 30 Km/h haben die schon drauf." Peter Huß müsste also Ehrengast beim Berliner Elefantenrennen in Hoppegarten am 16. Juli sein, doch Huß will nicht hingehen. Er fürchtet um seine Haut. "Das ist mir zu gefährlich."

Kaum ein anderes Thema entfachte gestern heftigere Debatten als der "Cup des Maharadscha" auf der Galopprennbahn. 15 Elefanten sollen dort auf 400 Metern um die Wette rennen, 40.000 Besucher werden erwartet, drumherum sollen Tänzer und sogar ein Maharadscha auftreten - Klein-Indien in Hoppegarten. So weit haben die Veranstalter manches verraten - allen voran der Bürgermeister des brandenburgischen Altlandsberg, Ravindra Gujjula. Bei den entscheidenden Fragen aber sind sie dickhäutig, nichts lassen sie sich bisher entlocken.

Schließlich will ein jeder Tierfreund nun wissen: Wo kommen die 15 Elefanten her? Und kann man einen solchen Koloss überhaupt bremsen, wenn er richtig in Schwung kommt? Ein Problem, das selbst Hagenbeck-Mann Huß um seine Sicherheit fürchten lässt. "Diese Tiere", sagt er, "können Sie ja nicht einfach am Zügel oder Rüssel ziehen".

Keine Probleme haben Experten wie Ruß oder der Biologe Claus Pohle im Tierpark Friedrichsfelde mit der Rennerei an sich. Elefanten seien gut zu Fuß, auf indischen Volksfesten würden sie Fußball spielen und hätten sogar Spaß dabei. Aber diese Tiere sind für solche Späße meist bestens dressiert, was bei den Tieren in Hoppegarten fraglich ist. Denn aus Übersee würden sie bestimmt nicht nach Berlin gebracht. Das wäre schon wegen des Artenschutzes verboten. Also Zirkuselefanten? Die Experten sehen keine Alternative. "Vermutlich hat man sie ausgeliehen."

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