Berlin : Wie die Nase niest – mit 900 km/h

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Das Niesen ist ein so genannter „ Polysynaptischer Fremdreflex “. Oder: eine Schutzfunktion der Nase gegen Eindringlinge. Der TrigeminusNerv, der in drei Ästen über unser Gesicht verläuft und dort alle Reize registriert, ist auch für die Sensibilität der Naseninnenhaut zuständig. Wird die gereizt, leitet der Trigeminus die Info „Achtung, Fremdkörper“ weiter ans Zentralnervensystem. Ein Reflex wird ausgelöst: Kurz und plötzlich wird Luft in die Lunge geatmet und dann explosionsartig wieder über die Nase (manchmal auch über den Mund) wieder ausgeblasen. Das passiert eigentlich unkontrolliert. Wer das Niesen aber unterdrücken kann, etwa durch das Zukneifen der Nase, tut sich nichts Gutes: „Dann arbeiten Sie gegen Ihre eigene Physiologie und versäumen eine wichtige Reinigung!“, sagt der Berliner Hals-Nasen-Ohren-Arzt Jürgen Hopf.

Übrigens hat jeder Mensch seinen ganz spezifischen Nieston . Der hängt ab von der Größe des Lungenvolumens und der Stärke des Zwerchfellmuskels. Sind beide gut ausgeprägt (ideal: großer, durchtrainierter, männlicher Körper), kann die Luftsäule , die beim Niesen entsteht, enorm beschleunigt werden. Forscher haben die Geschwindigkeiten der Luftmoleküle beim Niesen in der Nase gemessen und Spitzenwerte von bis zu 900 Stundenkilometer n festgestellt. jk

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