Berlin : Wie die Unwetterwarnung die Büros leer fegte

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Die Berliner Verwaltung, öffentliche Betriebe, aber auch private Unternehmen haben am Donnerstag lange bevor Kyrill die Stadttore stürmte, die weiße Fahne gehisst. Die Mitarbeiter durften schon am Mittag oder frühen Nachmittag nach Hause gehen. Vorreiter war offenbar das Bezirksamt Hellersdorf-Marzahn, dort war um 13 Uhr Schicht. Andere Bezirksbehörden zogen nach, Bezirksverordnetenversammlungen wurden abgesagt und das Landesparlament beendete vorfristig seine Plenarsitzung.

Die Stadtreinigung schloss um 14 Uhr die Recyclinghöfe, die Bäderbetriebe machten zur selben Zeit dicht. Aber auch Schering, Sony oder Daimler-Chrysler gaben ihren Beschäftigten vorzeitig frei. Das wurde mit dem Schutz der Mitarbeiter und der Rücksicht auf Eltern begründet, die sich um ihre Kinder kümmern mussten. Denn der Unterricht in den Schulen fiel ganz oder teilweise aus.

Trotzdem blieb der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) der Einzige, der sich beschwerte, „dass die Verwaltung als Erste abhaut“. Selbst der strenge Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), dem die Effektivität des öffentliches Dienstes am Herzen liegt, sah keinen Grund zur Kritik. „Das war ja ein sehr spezieller Tag“, so sein Sprecher Clemens Teschendorf, fügte aber hinzu: „Wir haben natürlich durchgehalten.“

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verwies auf die Eigenverantwortung der Bezirke und das Recht der Mitarbeiter, die Arbeitszeit zu variieren. Dafür gibt es die DV-FLEX. Laut „Dienstvereinbarung über die Flexibilisierung der Arbeitszeit“ darf jeder Bedienstete ohne Absprache mit den Vorgesetzten bis zu 25 Überstunden sammeln und abbummeln. „Individuell und situationsgerecht“, solange dies die Funktions- und Arbeitsfähigkeit der Verwaltung nicht beeinträchtigt. za

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