Berlin : Wie sich das „Abschalten“ lernen lässt

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Das Gefühl des Gehetztseins überfiel die Menschen keineswegs erst in den letzten Jahrzehnten. „Alle Uhren gehen sehr“, stellte schon der Schriftsteller Jean Paul lakonisch fest. Eine Möglichkeit, die Gelassenheit trotzdem zu bewahren oder wiederzugewinnen, liegt im Erlernen einer Entspannungstechnik. Wer sich auf eigenes Kommando hin entspannen kann, hat es in der Hand, sein Erregungsniveau in Stresssituationen zu senken.

Das Autogene Training ist aus der Hypnose hervorgegangen. Durch intensive Vorstellungen von Schwere, Wärme oder Aufmerksamkeit für den eigenen Herzschlag und die Atmung wird körperliche und seelische Ruhe erreicht.

Die Progressive Muskelentspannung , die der amerikanische Arzt Edmund Jacobsen entwickelte, beruht auf dem bewussten Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung einzelner Muskelgruppen. Viele Psychologen und Ärzte empfehlen diese Methode als Einstieg in die bewusste Entspannung.

Die Innere Wahrnehmungslenkung einschließlich des bewussten „Grübelstopps“ soll Menschen aus dem unaufhaltsamen gedanklichen Kreisen um ein Problem befreien. Für das gezielte Nachdenken darüber werden deshalb bestimmte Zeiten reserviert.

Nicht zuletzt könnte es vielen Gestressten helfen, sich ein wenig mehr „Faulheit “ zu gönnen. „Man wird ausdauernder für das tätige, nach außen gerichtete Dasein, wenn man sich von Zeit zu Zeit ganz in sich selbst zurückzieht“, stellte der französische Schriftsteller André Maurois fest. „Muße ist der schönste Besitz von allen“, meinte schon Sokrates. Diese und andere Weisheiten sind in der ausgesprochen inspirierenden „Enzyklopädie der Faulheit“ (Eichborn-Verlag 2003) nachzulesen: Auch Lektüre kann entspannen. aml

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