Berlin : Wie sich Marzahn und Hellersdorf auf der Weltausstellung in Hannover präsentieren

"Betonwüste", "architektonischer Einheitsbrei" und "trostlose Gegend" - mit diesen Schlagwörtern hatten die Neubaubezirke im Ostteil nach der Wende zu kämpfen. Doch so langsam hat sich der Ruf der Großsiedlungen am Rande der Stadt gebessert. Nicht zuletzt liegt das daran, dass Hunderte Millionen Mark in die Sanierung der Plattenbauten und in ein freundlicheres Wohnumfeld investiert wurden. Das Land Berlin und private Investoren haben daran gleichermaßen Anteil. Und dieses Bemühen hat auch über Berlin hinaus Beachtung gefunden, wie die offizielle Anerkennung von zwei weltweiten EXPO-2000-Projekten der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn mbH (WBG) und des Bezirks Hellersdorf zeigen.

Das Marzahner EXPO-Vorhaben steht unter dem Motto "Energie und Wissenstransfer 2000 - Nachhaltige Weiterentwicklung von Großsiedlungen". Mehr als zwei Drittel der rund 60 000 zwischen 1977 und 1987 errichteten Wohnungen sind bereits saniert. Es entstanden Neubauten, neue Wohnhöfe, Grünanlagen und Parks. Ein Bestandteil des Projektes ist ein Wissenstransfer vom Vermieter zu den Bewohnern. So werden WBG-Mitarbeiter zu den Themen Heizen und Warmwasser, Wasserverbrauch, Müllvermeidung sowie Strom und Beleuchtung geschult, um später ihr Wissen an die Mieter weiterzugeben. "Energie sparen rechnet sich" lautet die Botschaft der Kampagne zur Senkung der Betriebskosten. Sozusagen als Symbol für ein neues "Energiebewusstsein" in Marzahn steht das so genannte Sonnenhochhaus. Über 20 Stockwerke bilden zwei bläulich schimmernde Bänder die größte Photovoltaikanlage Europas an einem Wohngebäude.

Bei der Nominierung des Hellersdorfer Projektes würdigte die EXPO-Jury "die facettenreiche Stadtentwicklung der letzten Jahre", die maßgeblich zur wachsenden Identifizierung der Hellersdorfer mit ihrem Bezirk beigetragen habe. Begründet wurde die Entscheidung auch mit der "nachhaltigen Erneuerungsstrategie", die seit 1990 in der zuletzt gebauten Großsiedlung der ehemaligen DDR umgesetzt wird. Dazu gehört zum Beispiel das neue Stadtteilzentrum "Helle Mitte". Bestandteil des Projekts ist auch die Wahrung der Sozialstruktur. Große Anstrengungen werden zur Substanzaufwertung durch Sanierung und Modernisierung der Häuser sowie durch Kultivierung der Außenanlagen unternommen. Darüber hinaus gehören zu dem Hellersdorfer Projekt Aktivitäten zur Fortentwicklung der sozialen Infrastruktur.

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