Berlin : WIE SICH POLIZISTEN SCHÜTZEN

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Bei der Polizei sind derzeit Schutzwesten in Gebrauch, die bis zu fünf Jahre alt sind. Einige davon sind zwar kugelsicher, schützen aber aufgrund ihrer Konstruktion nicht vor Messerattacken. Die Mehrzahl der Angriffe auf Polizisten erfolge jedoch mit Stichwaffen wie Messern oder Schraubenziehern, sagte ein Streifenbeamter. Daher wird besonderer Wert auf Westen gelegt, die vor Stichwaffen schützen. Diese sind aber weniger flexibel und unbequemer als solche, die nur gegen Schüsse schützen. Viele Polizisten haben sich in den vergangenen Jahren aber auch privat die Schutzbekleidung zum Stückpreis von rund 600 Euro und mehr gekauft, nach dem im Jahr 2000 im Bundesgebiet insgesamt acht Polizisten getötet und zwei schwer verletzt wurden. Aber auch die Behörde rüstete nach und kaufte für ihre Beamten seither über 6500 neue Westen. Auch in diesem Jahr sind für die Beschaffung von Schutzwesten zwei Millionen Euro vorgesehen. Allerdings melden Sicherheitsexperten Zweifel an, ob auch im nächsten Jahr wieder diese Summe zur Verfügung stehen wird. Dass bisher noch nicht alle Beamten mit einer Weste ausgestattet werden konnten, liegt nach Auskunft von Polizeisprecher Karsten Gräfe auch an Lieferengpässen bei den Herstellern. Damit sich alle Streifenbeamten im Einsatz schützen können, erhalten sie bei Dienstbeginn die Schutzwesten ihrer Vorgänger. Ein Verfahren, dass viele als unhygienisch ablehnen – und daher lieber darauf verzichten, die vom Dienstherrn bereitgestellte Schutzweste überzuziehen. weso

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