Berlin : Wie sieht die Berlinale der Zukunft aus? Was bleibt, was kommt Herr Hansen ?

Wie sollte das Festival reformiert werden?

Wir haben Regisseure, Produzenten, Kritiker und Festival-Stammgäste aus dem In- und Ausland gefragt. Die Antworten täglich auf dieser Seite. Welches sind die unverwechselbaren Qualitäten der Berlinale?

Eric Hansen leitet das deutsche Büro der amerikanischen Fachzeitschrift "The Hollywood Reporter".

Vieles spricht für das Berliner Festival, aber es gibt nur eins, was die anderen Festivals nicht haben - Berlin. Beides, Fest und Stadt, sind familiär und zerstritten, historisch prägnant und immer neu. Mal sind sie lächerlich eingebildet, mal sind sie sich der eigenen Stärken nicht bewusst. Man merkt das nur, wenn man öfter zur Berlinale kommt. Wie bei einem Whiskey: Schluckt man ihn schnell runter, schmeckt er seltsam. Lässt man ihn langsam auf der Zunge zergehen, merkt man, wie interessant das Seltsame ist.

Wie sollte das Festival reformiert werden?

Als erstes Filmfest im Jahr mit einem eigenen Filmmarkt hat die Berlinale eine gewisse Stellung in der internationalen Filmwirtschaft. Aber ihr Potential wird nicht annähernd ausgeschöpft. Mit einer aggressiveren Marktpolitik und einer dynamischeren Filmauswahl könnte die Berlinale für die internationale Filmbranche eine echte Börse werden, wo sich neben Regisseuren und Darstellern auch Produzenten, Agenten und Finanziers über den Weg laufen - mehr als bisher - und die internationale Gerüchteküche richtig anheizen.

Wie wünschen Sie sich die zukünftige Berlinaleleitung?

Die zukünftige Festivalleitung sollte genauso sein wie jetzt, nur anders. Sie muss die Filmauswahl moderner und dynamischer gestalten können. Aber es wäre schade, wenn sie in Zukunft alles richtig macht, dafür aber so glatt und ohne Charme auftritt, dass das Fest nicht mehr als Teil von Berlin erkannbar wäre.

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