Berlin : Wie Spider-Man seine Comics verlor

Das große Krabbeln geht weiter: Mit einer Galapremiere startet am Dienstag im Sony-Center der zweite Film über den Spinnenmann. Natürlich sind Tobey Maguire und Kirsten Dunst wieder dabei

Andreas Conrad

Dieses Trauma trifft jeden von uns, früher oder später. Die Wohnung, in der man seine Kindheit verbrachte, wird aufgelöst, der Krempel der Vergangenheit entsorgt, und zurück bleibt ein ratlos-entrüsteter Jüngling: „Wo sind meine Comic-Hefte?“ Eine eher tragische Situation, die aber in dem Moment komisch wird, wenn der Fragende ursprünglich selbst eine Comic-Figur war: Peter Parker alias Spider-Man.

Weltweit 820 Millionen Dollar Einspielergebnis für den ersten „Spider-Man“ – da muss man sich schon was einfallen lassen, um mit dem zweiten Film an den Riesenerfolg des ersten anzuschließen. Gewiss, man kann den Spinnenmann noch rasanter durch die Straßenschluchten sausen lassen, ihm einen noch fieseren Gegner verpassen, ja, man kann die Spinnenkräfte ausdünnen, sodass er hin und wieder auf das Pflaster kracht. Aber vor allem sollte das selbstironische Element nicht fehlen, die kleinen augenzwinkernden Episödchen, die doch erst das Salz in der Action-Suppe sind. „Spider-Man 2“ ist da vorbildlich.

Ebenso unverzichtbar ist natürlich die Anwesenheit der Hauptdarsteller bei der Premiere. In den USA ist der Film am 30.Juni gestartet, hat dort sofort mit 40,5 Millionen Dollar das beste Einspielergebnis eines Eröffnungstages erzielt. In Deutschland kommt er am 8. Juli in die Kinos, gut vorbereitet durch die Premiere, die zwei Tage vorher im Cinestar unterm Dach des Sony-Centers steigt. Eine riesige Spider-Man-Puppe hängt dort schon seit Wochen, morgen kommt nun das Original: Tobey Maguire, zum zweiten Mal Darsteller des Spinnenmannes. Wieder wird ihm Kirsten Dunst, ebenfalls zum zweiten Mal die schöne Mary Jane, zur Seite stehen. Begleitet werden sie von Produzent Avi Arad, und auch das singende Schwedenmädel AnaJohnsson ist dabei, deren erste Single „The Way I Am“ im Frühjahr ein Hit war und die zum „Spider-Man 2“-Soundtrack ihren Song „We are“ beisteuern durfte.

Ab 18.30 Uhr füllt sich am Dienstag der rote Teppich, die Stars kommen gegen 19.15 Uhr. Nach der Filmvorführung geht es zur Party ins Deutsche Historische Museum, obwohl natürlich auch das Obergeschoss des Zoo-Aquariums mit all seinem Krabbelgetier denkbar gewesen wäre.

Für Maguire ist es bereits der dritte Berlin-Besuch anlässlich seiner „Spider-Man“-Rolle. Bereits im Mai vor zwei Jahren war er mit Kirsten Dunst und Willem Dafoe, dem Green Goblin des ersten Films, zur Premiere gekommen. Und im Dezember 2000 war er auch schon da, zum Vorspieltermin für Kirsten Dunst, die damals in Berlin unter Peter Bogdanovichs Regie „The Cat’s Meow“ drehte. Eine Reise, die sich gelohnt hat, wie er später erzählte: „Von Kirsten waren wir sofort begeistert.“

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