• „Wie überlebt man fünf Promille?“ Charité-Notarzt: So viel vertragen eigentlich nur Alkoholiker

Berlin : „Wie überlebt man fünf Promille?“ Charité-Notarzt: So viel vertragen eigentlich nur Alkoholiker

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DIE AKTUELLE FRAGE

DR. HELMAR WAUER

war bis Dezember Leiter der Rettungsstelle der

Charité Mitte. Jetzt leitet er den Notarztwagen-

Stützpunkt in Treptow.

Foto: privat

Die Polizei hat auf der A10, am südlichen Berliner Ring, eine völlig betrunkene Autofahrerin aus Wedding gestoppt – mit knapp fünf Promille Alkohol im Blut. Fünf Promille gelten im Allgemeinen als tödlich. Wie viel Alkohol verträgt der Mensch? Mit Dr. Helmar Wauer (42), Leiter des Notarzt-Wagen-Stützpunktes der Charité in Treptow, sprach Mia Raben.

Herr Dr. Wauer, wie überlebt man fünf Promille?

Ein Normaltrinker oder ein Kind könnten bei fünf Promille schon tot sein. Zu uns kommen aber häufig Alkoholkranke, die mehr als eine Flasche Schnaps pro Tag trinken. Sie haben manchmal sogar mehr als sechs Promille. Und selbst wenn sie nüchtern sind, halten sie einen Pegel um zwei Promille, sonst bekommen sie Entzugserscheinungen.

War die Frau also eine Trinkerin?

Die Frau, die mit fünf Promille erwischt wurde, hat womöglich ein Alkoholproblem. Normalerweise reagiert der Körper schon lange vorher mit Übelkeit und Erbrechen.

Ab wann ist man denn Alkoholiker?

Als derzeitige Grenze für einen unschädlichen, täglichen Alkoholgenuss gelten für Frauen 20 Gramm und das Doppelte für Männer. 20 Gramm entsprechen einem Glas Wein (0,2Liter) bzw. einem großen Bier (0,4Liter). Alles darüber hinaus schadet der Gesundheit. Um als Alkoholiker zu gelten, muss man über Jahre große Mengen trinken. Die Definition macht man an Abhängigkeitssymptomen fest – etwa, wenn man bei Abstinenz Schweißausbrüche bekommt oder unter Gedächtnisschwund leidet.

Wie viel trinken die Berliner?

Der tägliche Pro-Kopf-Konsum an Alkohol in Deutschland liegt bei fast 30 Gramm. Das gilt auch für Berlin. Auf alle Fälle macht das die gesellschaftliche Dimension des Alkoholproblems deutlich.

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