Wieder Gewalt auf dem Alex : Polizei findet Räuber bei Facebook

Schon wieder gab es einen Überfall auf dem Alexanderplatz: Ein 13-Jähriger wurde am Freitag von einem Intensivtäter aus Kreuzberg geschlagen und ausgeraubt. Weil das Opfer seine Angreifer flüchtig kannte, hatte die Polizei einen schnellen Erfolg - mit Hilfe von Facebook.

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Ein 13-Jähriger ist am Freitagnachmittag am Alexanderplatz von einem Intensivtäter überfallen und beraubt worden. Nach Polizeiangaben geschah die Tat um 17.30 Uhr in einem Durchgang des Alexanderhauses, gegenüber des Bahnhofs. Vier Jugendliche stoppten den Jungen, bedrohten und schlugen ihn mehrfach ins Gesicht und raubten ihm dann seine Geldbörse. Das Opfer fuhr nach Hause und ging dann mit einem Familienangehörigen zur Polizei, um den Überfall anzuzeigen. Da der Junge zwei der Täter mit Spitznamen kannte, konnte die Polizei einen schnellen Ermittlungserfolg feiern.

Trauer am Alexanderplatz
In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.
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1 von 22Foto: dpa
24.10.2012 18:04In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.

Dem Vernehmen nach kamen die Beamten durch eine Recherche auf der Internetseite Facebook den entscheidenden Schritt weiter. Von zwei der vier Täter konnten die Namen ermittelt werden. Es sind ein strafunmündiges Kind, ebenfalls 13 Jahre alt, der mutmaßliche Haupttäter ist 14 Jahre alt. Obwohl sich Täter und Opfer flüchtig kannten, gibt es keine Hinweise, dass das Opfer verfolgt wurde, die Polizei geht von einer zufälligen Begegnung am Alex aus. Kriminalpolizisten nahmen den 14-Jährigen noch am Abend in der Wohnung seiner Eltern fest. Die geraubte Geldbörse wurde im Kreuzberger Kinderzimmer sicher gestellt. Der aus Italien stammende Täter ist bei der für Neukölln und Kreuzberg zuständigen Polizeidirektion 5 bereits als Intensivtäter registriert. Er wurde am Sonnabend früh seinen Eltern übergeben. Für einen Haftbefehl habe die Tat nicht ausgereicht, hieß es. Die Ermittlungen nach den Komplizen dauern an.

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