Berlin : Wieder mehr Busse bereit

Notdienst in streikenden Werkstätten der BVG hat am Wochenende zahlreiche Fahrzeuge repariert

Klaus Kurpjuweit

Auch heute wird in den Werkstätten der BVG weiter gestreikt. Da die Notdienste übers Wochenende aber weitere Fahrzeuge repariert haben, rechnet die BVG zu Beginn der Woche mit weniger Ausfällen als zuletzt. Wegen der strengen Vorschriften müssen Fahrzeuge auch mit kleinen Defekten meist abgestellt werden. Außerdem vermutet die BVG, dass manchmal „nachgeholfen“ worden ist. Zudem gibt es streikbedingt Engpässe beim morgendlichen Tanken. Ende der vergangenen Woche waren nach Angaben von BVG-Sprecherin Petra Reetz nur etwa 75 Prozent der Busse einsetzbar, heute sollen es zu Beginn der Frühschicht bis zu 90 Prozent sein. Die Linien X 76 (Walther-Schreiber-Platz – Nahariyastraße in Lichtenrade) und 344 (Ringlinie um den Hermannplatz) fahren aber weiterhin nicht.

Dem Vernehmen nach kann es am heutigen Montag wieder Gesprächsangebote von der Gewerkschaft Verdi geben, die vor mehr als einer Woche die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt hatte. Für eine Stellungnahme war aber am Wochenende kein Verdi-Vertreter zu erreichen. Die Arbeitgeber seien stets zu Gesprächen bereit, hieß es bei der BVG.

Verdi könnte den Streik wie vor Ostern aber auch wieder auf den Fahrdienst ausweiten. Das Versprechen von Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen, den Fahrdienst nicht zu bestreiken, galt nur bis zum Wochenende.

Insider halten eine Wiederaufnahme des Komplettstreiks für unwahrscheinlich. Die BVG-Mitarbeiter würden dann nämlich auch auf die Zuschläge verzichten, die sie für die Feiertagsarbeit am 1. Mai erhalten. Bereits zu Ostern, als es ebenfalls Zuschläge gab, war der Streik ausgesetzt worden.

Zudem prüft die BVG, ob es bei einem fortgesetzten Streik in den Werkstätten möglich wäre, Busse von anderen Unternehmen zu mieten.

Und auch der Unmut unter den Fahrgästen über den Streik steigt. Die Zahl der Übergriffe auf Fahrer habe sich zwar nicht wesentlich geändert, sagte Reetz, sie würden jetzt aber vor allem mit dem Streik begründet. Klaus Kurpjuweit

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