Berlin : Wieder "richtiges" Bier vor dem Olympiastadion

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An den Imbissständen vor dem Olympiastadion gibt es bei Bundesligaspielen von Hertha BSC wieder Bier, zumindest vorläufig. So lautet ein Spruch des Verwaltungsgerichts vom Donnerstag. Die Richter der 1. Kammer reagierten damit auf Eilanträge zweier Betreiber von Imbissständen.

Die Bierverkäufer wehren sich gegen Auflagen des Bezirks Charlottenburg. Das dortige Tiefbauamt hatte die Genehmigung für den Getränkeverkauf mit der Bedingung verknüpft, dass bei Spielen der Hertha ausschließlich alkoholreduziertes Bier (bis drei Prozent Alkohol) über den Tresen gehen darf. Die Experten aus dem Rathaus Charlottenburg begründeten dies mit Straftaten unter dem Einfluss von Alkohol, die nur durch einen beschränkten Verkauf am Stadion reduziert werden könnten. Den Verwaltungsrichtern legte das Tiefbauamt Statistiken aus dem Jahr 1998 vor, nach denen im Durchschnitt 17 Personen pro Erstligaspiel wegen Straftaten festgenommen worden waren. Allerdings waren nur neun der Festgenommenen alkoholisiert. Nach Ansicht der Richter ist diese Quote zu geringfügig, um ein Verkaufsverbot zu rechtfertigen. Zudem sei es möglich, dass sich Zuschauer ihre Getränke von zu Hause mitbringen. Insofern sei das Verkaufsverbot ein ineffektives Mittel. Die Budenbetreiber verwiesen auf erhebliche Verluste. Der Umsatz für Getränke sei um 90 Prozent zurückgegangen, der für Speisen um die Hälfte. In den Augen der Richter ist das Verkaufsverbot für Vollbier ein überzogenes Mittel. Der Bezirk muss die Sache nach Widersprüchen der Betreiber jetzt neu entscheiden.

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