Berlin : Wieder zu Hause

Stephan Wiehler

Alle fanden es schön. Super organisiert, überall gute Laune, die Gäste aus aller Welt konnten sich wie zu Hause bei uns fühlen. Die beste WM aller Zeiten sei das gewesen, hat Kofi Annan, der UN-Generalsekretär uns gelobt. Es gab keinen Widerspruch.

Da kann man nicht meckern, möchte man meinen. Aber denkste. Der Berliner findet immer was zu meckern, zumindest jene reinrassigen Exemplare, die sich als Botschafter angestammter Miesepetrigkeit verstehen: die Berliner Taxifahrer.

Kurz vor dem Finalspiel zogen die Branchenverbände eine düstere WM-Bilanz. Weit weniger Einnahmen als erwartet, dazu auch noch das schöne Wetter, bei dem alle lieber gelaufen sind. 15 Millionen Besucher sollen nach Schätzungen von Tourismus-Experten zur WM nach Berlin gekommen sein. Aber „nur die Schweden sind richtig gern Taxi gefahren“, behauptet der Vorsitzende der Berliner Taxi-Innung. Kaum zu glauben bei der schlechten Laune der Chauffeure, von denen einige für Sonnabend sogar zum Protest gegen die Fifa aufriefen.

Endlich kann man sich hier auch als Berliner wieder zu Hause fühlen.

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