Wiedereröffnung : Die Siegessäule ist runderneuert

Die in die Jahre gekommene Viktoria am Großen Stern wurde ordentlich aufgehübscht und wird am Freitag wiedereröffnet.13 Monate haben die Sanierungsarbeiten gedauert.

Sie ist eine der prominentesten Damen der Hauptstadt, und bald erstrahlt sie in frischem Glanz: Die Göttin Viktoria auf der Siegessäule. Nach 13 Monaten Sanierungsarbeiten wird das Denkmal auf dem Großen Stern am Freitag wieder eröffnet. Rund 4,3 Millionen Euro kostete die Rundum-Erneuerung der „Goldelse“, wie sie im Berliner Volksmund respektlos genannt wird.

Wie sonst nur das Brandenburger Tor hat sich das Bild der Siegessäule mit dem von Berlin verbunden. Wim Wenders ließ seinen von Bruno Ganz gespielten Engel in „Himmel über Berlin“ 1987 auf den Schultern der Viktoria zu Filmbeginn erst sitzen und dann in die Stadt gleiten. Die Loveparade machte das Symbol endgültig in der ganzen Welt bekannt.

Dabei 8,30 Meter hohe Frauenskulptur eigentlich eine kriegerische Vergangenheit: Als Symbol des Triumphs ließ Kaiser Wilhelm I. sie 1873 aufstellen, um die Siege Preußens über Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870-71) zu feiern - jene Kriege, die zur Gründung des Deutschen Reiches mit der Hauptstadt Berlin führten. Vor allem aus Geringschätzung für ihren Herrscher sollen die Berliner der freundlich dreinblickenden Dame in luftiger Höhe den Namen Goldelse verpasst haben.

Die Siegessäule in neuem Glanz
Der Blick geht wieder nach oben. Die Siegessäule wurde nach rund 15-monatiger Sanierung wieder für Besucher freigegeben.Weitere Bilder anzeigen
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20.05.2011 17:45Der Blick geht wieder nach oben. Die Siegessäule wurde nach rund 15-monatiger Sanierung wieder für Besucher freigegeben.

An ihrem heutigen Standort auf einer Verkehrsinsel am Großen Stern wohnt die Goldelse erst seit der Nazizeit. Zunächst stand sie auf dem heutigen „Platz der Republik“ vor dem Gelände, wo ab 1884 der Reichstag erbaut wurde. Die französischen Alliierten wollten sie nach dem Zweiten Weltkrieg gern beseitigen, scheiterten jedoch am Veto von Amerikanern und Briten. Sie war und ist Teil der großen Sichtachse vom Ernst-Reuter-Platz zum Brandenburger Tor, die jahrzehntelang durch die Mauer zerschnitten wurde.

Die Arbeiten schlossen die Erneuerung der größtenteils aus den 30er Jahren stammenden Haustechnik ein, genauso wie die Entfernung von Graffiti auf den Carrara-Marmorflächen im Innern der Säule. An der Statue, den Kanonen, Geländern, Rosetten und Zierleisten wurde etwas mehr als ein Kilogramm 24-karätiges Blattgold aufgetragen.

Rund 35.000 Euro kostete nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung allein der Goldbelag. Das Geld für die gesamte Aufhübschung der in die Jahre gekommenen Viktoria kam nicht nur vom Land Berlin, sondern auch vom Bund und der Europäischen Union. (AFP)

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