Wiedereröffnung U-Bahnhof Leinestraße : Anwohner feiern Spontanparty an der U8

Die U8 fährt wieder durch, die Anwohner freut's. Einige ließen sich sogar zu einer Spontanparty am sanierten U-Bahnhof Leinestraße hinreißen - Konfetti inklusive. Doch der Spaß währte nur kurz.

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Konfetti im Haar: Spontanparty an der Leinestraße.
Konfetti im Haar: Spontanparty an der Leinestraße.Foto: Sidney Gennies

Konfettiregen, Schifferklavier, la Ola: Die U8 fährt wieder durch! Neuköllner Anwohner des Schillerkiezes und Umgebung haben sich am Montag zu einer inoffiziellen Eröffnungsparty anlässlich der Wiedereröffnung des U-Bahnhofes Leinestraße getroffen.

Ein Jahr lang war der Bahnhof wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Einen Ersatzverkehr gab es nicht. Anwohnern wurde empfohlen die „weiträumigen Umfahrungsmöglichkeiten“ zu nutzen. Die meisten Pendler gingen daher während der Sperrung zu Fuß.

"Wie schön das ist, wenn die Bahn fährt!"

Entsprechend groß war die Freude. Einfahrende Bahnen wurden mit Applaus und Freudengeschrei von einer gut 15-köpfigen Gruppe empfangen. Die Party-Teilnehmer warfen Konfetti in die Luft und tanzten. „Wir wussten gar nicht mehr, wie schön das ist, wenn die Bahn fährt!“, rief eine Teilnehmerin. Andere hielten Pappschilder in die Luft:„Die U8 lacht“.

Die Feier währte allerdings nur kurz. Gegen 19.15 Uhr lösten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma im Auftrag der BVG die Party auf. Die Feiernden verließen den Bahnhof friedlich. Zeigten sich aber enttäuscht, den gerade erst wiedergewonnenen Bahnhof wieder verlassen zu müssen. Sie zogen weiter singend und tanzend durch den Kiez. Zu Fuß.

Die BVG war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Böse Überraschungen im Untergrund

Zwei Jahre hatte die BVG auf dem südlichen Ende der U8 gebaut. Baubeginn war im Sommer 2012 am Bahnhof Boddinstraße. Ursprünglich sollte die Sanierung ein Jahr dauern, mehrere böse Überraschungen im Untergrund ließen daraus zwei Jahre werden. Am Bahnhof Leinestraße wurden Deckenschäden festgestellt, die das erwartete Maß bei Weitem überstiegen, unter anderem Spätfolgen der zum Teil minderwertigen Materialien , die 1929 beim Bau verwendet wurden. Aber auch der erst 1996 eröffnete Bahnhof Hermannstraße erwies sich als grundlegend sanierungsreif. Zunächst sah es so aus, als müsste die Station nur eine „Schönheitskur“ bekommen, weil viele Fliesen von den Wänden gefallen waren.

Doch es zeigte sich, dass auch Stützen und Deckenkonstruktion stark angegriffen waren. Im August 2013 wurde für die Sanierung der Tunnel der Verkehr zwischen Boddinstraße und Hermannstraße eingestellt. Am Montag wurde der Verkehr wieder aufgenommen.

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