Berlin : Wiese oder Rasen

Andreas Conrad

wünscht sich, dass Schumi in Tempelhof landet Die Theorien zur Entwicklung der Menschheit lassen sich auf zwei reduzieren. Der ersten zufolge geht alles voran, die zweite dagegen behauptet, die Welt drehe sich nur im Kreis. Angesichts der Diskussion um die Zukunft des Flughafens Tempelhof ist man geneigt, dieser These den Vorzug zu geben. Denn was ist das behördlich favorisierte Wiesenmeer anderes als die Rückkehr zum Tempelhofer Feld zu Kaisers Zeiten, als sich die Berliner am Wochenende scharenweise über die Auen ergossen, um sich in allerlei Weise zu ergötzen. Einer aufstrebenden Metropole ist solche Graswurzel-Resolution unwürdig, doch gibt es in der aufblühenden Debatte weit überzeugendere Vorschläge. Zum Beispiel den einer Formel-1-Strecke, womit sich an Berlins Tradition als Stadt des Rennsports anschließen ließe. Das ist so realistisch wie die nächste Olympia-Bewerbung. Auch ließe sich das Gelände der neuen Verwendung entsprechend leicht umtaufen, zur Ehrung alter Avus-Heroen: Huschke-vonHanstein-Hangar, Rosemeyer-Runway, Graf-Berghe-von-Trips-Tower. Und wenn die Formel 1 nicht kommt: Mit den Veranstaltern des jährlichen Mehringdamm-Rennens ließe sich sicher reden.

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