Berlin : Wieso, weshalb, warum?

Damit Sonntag niemand dumme Fragen stellen muss, haben wir Wissenswertes zur Wahl, zum Wahlbezirk, Wahllokal und Wahlschein zusammengetragen

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Wo muss ich wählen gehen?

Im Normalfall ist jeder Wähler einem Wahllokal fest zugeordnet. Dieses steht auf der Wahlbenachrichtigungskarte, die Ende August mit der Post zugestellt worden ist. Ihr ist auch zu entnehmen, ob das Wahllokal behindertengerecht zu erreichen ist.

Was muss ich zum Wählen mitbringen?

Zwingend erforderlich ist ein Personalausweis, ein neuerer Führerschein oder ein anderes amtliches Dokument mit Bild. Studentenausweis oder Jahreskarte genügen nicht – die Wahlvorstände können ihre Wahlberechtigten nicht alle kennen. Wer die Wahlbenachrichtigungskarte dabei hat, macht den Wahlhelfern die Arbeit leichter, weil sie so den Eintrag in der Wählerliste leichter finden und abstreichen können.

Mein Kind soll sehen, wie das mit dem Wählen funktioniert.

Landeswahlleiter Alexander Schmidt von Puskás hat nichts dagegen, dass Kinder mit ins Wahllokal genommen werden. In die Kabine selbst dürfen sie allerdings nicht mit, weil dies den Grundsatz der geheimen Wahl verletzen würde – auch wenn das Kind noch so klein ist, dass es nicht lesen kann.

Ich habe meine Wahlbenachrichtungskarte verlegt.

Auch ohne die Karte kann man wählen gehen, wenn man ins Wählerverzeichnis eingetragen ist (was durch den Erhalt der Karte bestätigt ist). In diesem Fall einfach mit dem Personalausweis ins Wahllokal gehen.

Ich weiß nicht mehr, wo mein Wahllokal ist.

Am einfachsten ist es, die Nachbarn zu fragen, wo sie wählen gehen. Oder im Internet suchen: www.statistik-berlin.de , Stichwort „Wahllokalsuche“. Dort gibt es auch einen Kartenausschnitt und Informationen, wie weit der Fußweg ist. Mit einem Mausklick wird auch eine Fahrverbindung ermittelt. Wer keinen Internet-Zugang hat, kann zwischen 8 und 18 Uhr beim Statistischen Landesamt anrufen: Telefon 9021-3631.

Ich habe keine Wahlbenachrichtigungskarte bekommen.

Dann schnell beim zuständigen Bezirkswahlamt anrufen! Die Nummern stehen im Buch oder im Internet unter www.statistik-berlin.de , Rubrik „Bundestagswahl 2002“, Punkt „Informationen“. Dort kann am Freitag noch geklärt werden, ob man im Wählerverzeichnis eingetragten ist. Ist dies nicht der Fall, ist es jetzt zu spät. Ist die Karte nur nicht zugestellt worden, kann man trotzdem wählen gehen (siehe oben).

Meine Briefwahlunterlagen liegen noch zu Hause herum.

Im Laufe des Freitags alles ausfüllen und so zur Post geben, dass die Spätleerung noch erreicht wird (Briefkasten beachten). Am Sonnabend hilft nur noch, den Wahlbrief persönlich zum Bezirkswahlamt zu bringen (die Anschrift steht auf dem roten Umschlag).

Ich habe Briefwahlunterlagen bekommen, aber verloren.

Zu den Unterlagen gehört neben dem Stimmzettel der Wahlschein – ein Dokument, das bei Verlust nicht ersetzt wird. Wenn es allerdings nie angekommen ist, können die Bezirkswahlämter einen Ersatz ausstellen, was aber mit gewissen Mühen und eventuell auch Wartezeit verbunden ist.

Was tun, wenn ich am Sonntag plötzlich krank werde oder verhindert bin?

Wer glaubhaft darlegen kann, dass er verhindert ist, kann am Sonntag bis 15 Uhr eine Vertrauensperson zum Wahlamt schicken und sich Briefwahlunterlagen nach Hause bringen lassen. Sie müssen dann bis 18 Uhr wieder abgegeben sein. Dazu wird allerdings eine schriftliche Vollmacht benötigt. Einfach nur den Personalausweis des Wahlberechtigten mitzunehmen und für ihn die Wahlunterlagen zu holen, geht nicht – denn das Wahlamt kann die Unterschriften auf dem Wahlschein nicht auf Echtheit überprüfen.

Ich will sehen, dass beim Auszählen alles korrekt zugeht.

In allen Wahllokalen werden ab 18 Uhr die Urnen geöffnet und die Stimmen ausgezählt. Dabei kann jeder zusehen, soweit genug Platz für „Gäste“ ist. Während die Wahlhelfer 18 Jahre alt und wahlberechtigt sein müssen, sind als Zuschauer auch Jugendliche und Ausländer willkommen.

Und wann steht das Ergebnis fest?

Das Statistische Landesamt rechnet damit, dass das vorläufige amtliche Endergebnis für Berlin wie in den Jahren zuvor gegen ein Uhr nachts feststehen wird. Zuvor gibt es natürlich die Hochrechnungen, die im Laufe des Abends und der Nacht dann immer genauer werden. Jörg-Peter Rau

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